28. Februar 2018

Neues Forschungsprojekt zur Energiewende im ‚Netzlabor’

Uni Stuttgart und Netze BW werben in Sonderbuch fürs Mitmachen

Die Netze BW arbeitet zusammen mit der Universität Stuttgart an einem weiteren Forschungsprojekt in ihrem ‚Netzlabor‘ Sonderbuch. Mit zusätzlicher innovativer Technik soll dabei getestet werden, wie sich das Ortsnetz auch bei hoher solarer Einspeisung stabil halten lässt. Am Montagabend warben die Forscher für das Vorhaben im gut besuchten Alten Schulhaus.

„Smart Grid Demonstrator“ nennt sich das neue Projekt der EnBW-Tochter in dem Zwiefaltener Ortsteil, der es in der Strombranche inzwischen zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat. Offenbar ist die Bereitschaft, technisches Neuland zu betreten, ungebrochen. Über mehr als fünfzehn viel versprechende Kontakte mit möglichen Teilnehmern freute sich jedenfalls Projektleiter André Großhans. „Zunächst einmal bräuchten wir idealerweise rund zwanzig Messpunkte an strategisch ausgesuchten Verbrauchszählern wie auch Einspeisungen von Fotovoltaikanlagen im Teilnetz rund um die Kirche“. Neuartige Geräte sollen dann nicht nur die Last, sondern auch die Spannung messen und die Daten in Echtzeit an ein eigens dafür entwickeltes Internetportal übermitteln. Daraus lasse sich dann der aktuelle Zustand des Ortsnetzes errechnen und insbesondere ermitteln, ob Handlungsbedarf besteht. Zusätzlich sollen an größeren Solaranlagen neu entwickelte Steuerboxen zum Einsatz kommen. Die wurden im renommierten Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik (IEH) der Uni Stuttgart entwickelt. Im Rahmen einer Doktorarbeit wird Heiner Früh das Projekt begleiten. Nicht zuletzt deshalb hatte es sich Prof. Krysztof Rudion nicht nehmen lassen, vor Ort persönlich dessen Besonderheiten mit zu erläutern.

Die neuen Forschungen bauen auf den Feldtests der Netze BW mit verschiedenen Partnern seit 2014 auf. Bereits dafür hatten Sensoren an wichtigen Knotenpunkten im Ortsnetz Daten erhoben, mithilfe derer bestimmt werden konnte, was im Netz „los ist“. Stieg die im Normalfall bei 230 Volt liegende Spannung über den tolerierbaren Wert oder fiel darunter, kamen zur Steuerung die ‚intelligenten‘ Betriebsmittel zum Einsatz. Zu denen gehört vor allem ein innovativer Ortsnetztrafo, der die Spannung selbständig regeln kann. Bei Bedarf stand zusätzlich der neuartige Speicher zur Verfügung, der sekundenschnell von Be- auf Entladen umschalten kann und gerade bei rasch wechselnder Bewölkung für die nötige Flexibilität sorgt. Schließlich ließ sich in Extremsituationen die Einspeisung einiger Solaranlagen drosseln. Zur automatischen Koordination aller Komponenten war im Juli 2015 im Beisein von Umweltminister Franz Untersteller das System ‚iNES‘ in Betrieb genommen worden. Im Laufe des Jahres 2017 wurde im Rahmen von ‚U-Control‘ unter Federführung der Universität Braunschweig schließlich eine spezielle Einstellung der Wechselrichter untersucht. Die wiederum erlaubte – abweichend vom Standard - deren gezielteren Einsatz, um bei starker Sonneneinstrahlung zu hohen Spannungen entgegenzuwirken.

Mit dem „Smart Grid Demonstrator“ geht es jetzt vor allem darum, den Einsatz der zur Verfügung stehenden Komponenten zu verfeinern und dabei die automatische Steuerung weiter zu entwickeln. Daneben sollen die teilnehmenden Sonderbucher, aber auch an dem Projekt generell Interessierte die Möglichkeit erhalten, das Geschehen im Netz über die Internet-Plattform ‚live‘ zu verfolgen. Dazu gehören die zusammengefassten Erzeugungsdaten der angeschlossenen Anlagen sowie zukünftig auch die Prognosen für den jeweiligen Folgetag. Eine höhere Berechtigungsstufe erlaubt den Betreibern zusätzlich Einblick in die individuellen Daten ihrer Anlage. Im Frühjahr gilt es jetzt, vor Ort jeweils die technischen Voraussetzungen für den Einbau der Messgeräte und Steuerboxen zu klären. Im Anschluss sind weitere Details, wie die Datenverarbeitung oder auch Entschädigungen beim möglichen Abregeln der Einspeisung vertraglich zu vereinbaren. Bis zum Herbst hofft Großhans, die Geräte installieren und die Datenübertragung aufbauen zu können.

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