11. Dezember 2019

Mit ausgeklügelter Technik Ausfallzeiten weiter verringern

Netze BW am Standort Biberach setzt bei neuen Spezialfahrzeugen auf Eigenentwicklungen aus der Praxis

Biberach. Mit einer Reihe von Innovationen an Spezialfahrzeugen will die Netze BW den Betrieb der Stromnetze weiter verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der schnelleren Störungsbeseitigung sowie der Minimierung von Flurschäden bei Einsätzen an Freileitungen. Am Mittwochnachmittag wurden am Standort Biberach symbolisch drei neue Lkw übernommen, deren Sonderausstattung branchenweit bislang einmalig sein dürfte.

Das Rückgrat der Stromversorgung in Teilen Oberschwabens und vor allem im Allgäu besteht nach wie vor vielfach aus 20.000 Volt Freileitungen. Die reichen oft bis in entlegenste Weiler und führen durch dünn besiedelte und dafür waldreiche und von Landwirtschaft geprägte Gebiete. Entsprechend groß sind die Herausforderungen für die Teams, die mit bis zu 35 Tonnen schwerem Gerät gerissene Leiterseile reparieren oder gar umgeknickte Masten auswechseln sollen.

Immer wieder an ihre Grenzen kommen sogar die Allradfahrzeuge, wenn das Terrain auch noch vom Regen aufgeweicht ist, weiß Nikolai Mattes. Als Teamleiter der Montage in Oberschwaben tüftelt er laufend an Verbesserungen und konnte dafür jetzt eine – einfach erscheinende - Lösung präsentieren: Die Achsen wurden so umgesetzt und umgebaut, dass sich Räder mit Traktor- und Ballonreifen montieren lassen, wie sie auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Das verlangsame zwar die Fahrten auf Landstraßen deutlich. „Dafür dürften diese Lkw nicht mehr in durchweichten Wiesen stecken bleiben und die Kollegen auch entsprechend weniger zögern, sich in solches Gelände zu wagen.“ Gerade nach Unwettern verspricht er sich davon eine deutliche Beschleunigung komplizierter Einsätze. „Obendrein minimieren wir so die unvermeidlichen Flurschäden. Das erfreut nicht nur die betroffenen Grundstücksbesitzer, sondern spielt auch die Zusatzinvestition schneller wieder herein“. Außer den beiden Schwerfahrzeugen verfügt auch der neue Mannschaftswagen mit Kofferbau über die Spezialbereifung.

Im Auge hat Nikolai Mattes bei Neu- und Ersatzbeschaffungen aber auch viele andere betriebliche Belange. Dazu gehören insbesondere der Freileitungsbau, die möglichst unterbrechungsfreie Wartung und der Umbau alter Ortsnetzstationen oder auch der Vogelschutz. So wurden die Lastkrane mit Hubarbeitskorb an Lkw speziell auf das Arbeiten an den verschiedenen Masttypen aus Beton, Stahl oder Holz ausgerichtet. Mit einem Kipper als Fahrzeugaufbau lässt sich beim Mastwechsel auszuhebendes Erdreich sofort verladen und abtransportieren. „So manches Gerät entwickelt sich in Richtung einer ‚Eier legenden Wollmilchsau‘“, witzelte Mattes bei der Übergabe. Womit Richard Huber, verantwortlich für den Betrieb in der gesamten Netze BW, jedenfalls sehr zufrieden scheint: „Eine topmoderne Ausstattung gehört zwingend dazu, damit unsere Mitarbeiter rund um die Uhr und bei jedem Wetter ihren Job gut machen können“. Deshalb unterstütze er „mit Nachdruck die Entwicklungen, die aus der Praxis stammen und letztlich unseren Netzkunden dienen“.

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