21. August 2019

Digitaler Polizeifunk in Baden-Württemberg wird noch sicherer

Netze BW stattet rund 200 Standorte mit intelligenter Notstromversorgung aus

In Krisensituationen spielt die Zuverlässigkeit der Kommunikation eine entscheidende Rolle. Deswegen arbeitet die Polizei in Baden-Württemberg an einer umfassenden ‚Netzhärtung‘ für den Digitalfunk BOS. Bis Ende 2021 soll die Netze BW etwa 200 der Funkstandorte mit stationären Netzersatzanlagen ausrüsten.

Die Unwetter der letzten Tage und Wochen haben die Bedeutung der schnellen und präzisen Abstimmung zwischen Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und dem Roten Kreuz wieder vor Augen geführt. „Gerade in solchen Situationen ist auch mit Stromausfällen zu rechnen, die nach wenigen Stunden spürbare Löcher ins Funknetz reißen“ weiß der erfahrene Polizeirat Tamer Bozkurt. Er leitet beim Präsidium Technik, Logistik der Polizei Baden-Württemberg das Projekt ‚Netzhärtung‘ für den Digitalfunk ‚Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben‘ (BOS). In Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Vermögen und Bau BW gilt es, insgesamt rund 600 Standorte dieser Kritischen Infrastrukturen gegen großflächige Stromausfälle abzusichern.

Konkret geht es um die Installation robuster, intelligenter Notstromaggregate, die ohne Nachtanken 72 Stunden überbrücken können. Sie springen bei Bedarf automatisch an und wieder aus, sobald die Versorgung steht. Die Anlagen sind gegen Vandalismus, Diebstahl und Witterungseinflüsse wie Blitzschlag geschützt und verfügen zudem über Einrichtungen zur Fernsteuerung. Mögliche Störungen, auch im Rahmen automatischer Probeläufe, gehen in Baden-Württemberg bei der rund um die Uhr besetzten Leitstelle ein, die umgehend Maßnahmen zur Behebung einleitet.

Rund 200 Aggregate mit Dieselbetrieb wird nach einer europaweiten Ausschreibung die Dienstleistungssparte der Netze BW bis Ende 2021 installieren und im Anschluss für jeweils vier Jahre warten. Rund 400 weitere, die meist weit weniger Energie benötigen und teils in ökologisch sensibleren Gebieten stehen, sollen auf Basis von Brennstoffzellen betrieben werden. „Die hundertprozentige Netzabdeckung bei der komplexen Geografie des Landes ist schon eine Herausforderung“, so Tamer Bozkurt. „Die Hochverfügbarkeit des Digitalfunk BOS bei einem Stromausfall zu gewährleisten, erst recht“. Entsprechend „Respekt vor dem technisch sehr anspruchsvollen Auftrag, der gerade an den vielen unzugänglicheren Standorten gut geplant und schnell umgesetzt werden muss“, hat auch Michael Schäfer, Projektleiter bei der EnBW-Tochter. „Vor dem Hintergrund unserer umfassenden Erfahrung mit Kritischen Infrastrukturen ist mir davor jedoch nicht bang“.

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