19. Mai 2020

Planung für Leitungsverstärkung zwischen Heilbronn und Ingelfingen schreitet voran

Um dezentral erzeugten Strom aus erneuerbaren Energien auch in Zukunft problemlos in das Hochspannungsnetz aufnehmen zu können, will die Netze BW einige ihrer 110-kV-Freileitungsanlagen nördlich von Heilbronn mit verschiedenen Maßnahmen für die künftigen Anforderungen umrüsten

Stuttgart. Das Projekt „110-kV-Netzverstärkung Heilbronn – Ingelfingen“ geht in die nächste Phase. Für einen weiteren Abschnitt des Vorhabens hat die Netze BW GmbH jetzt die Antragsunterlage zum Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht.

Die Netze BW betreibt unter anderem das 110-kV-Verteilnetz in den Kreisen Heilbronn, Hohenlohe und Neckar-Odenwald. Dazu gehören die vier Freileitungsanlagen Heilbronn – Untereisesheim (Anlage 0107), Kochendorf – Möckmühl (Anlage 0110), Möckmühl – Osterburken (Anlage 0108) und Osterburken – Ingelfingen (Anlage 0109). In der Region ist mit einem weiteren Zubau von „Erneuerbaren-Energie-Anlagen“ zu rechnen und dadurch mit einer erhöhten Einspeiseleistung. Da die Übertragungskapazität einiger Stromkreise nicht mehr ausreichend ist, um die eingespeiste Energie sicher abzutransportieren, plant die Netze BW die bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen zu verstärken. Damit kann die Region auch in Zukunft sicher und zuverlässig mit Strom versorgt werden.

Netzverstärkung in mehreren Teilprojekten

Das Projekt gliedert sich in zwei Vorhaben, wobei das erste Vorhaben nochmal in zwei Abschnitte unterteilt ist, da die Gebiete zweier Regierungsbezirke betroffen sind. Deshalb müssen für die beiden Abschnitte zwei separate Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.

In dem jetzt angestoßenen Genehmigungsverfahren geht es um den zweiten Leitungsabschnitt des ersten Vorhabens, der durch die Städte Adelsheim, Ravenstein und Osterburken verläuft und sich daher im Regierungsbezirk Karlsruhe befindet. Hier plant die Netze BW die bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen 0108 und 0109 zwischen den Umspannwerken (UW) Möckmühl und Osterburken sowie zwischen den UW Osterburken und Ingelfingen zu verstärken. Zu diesem Zweck soll ein zweiter 110-kV-Stromkreis, der drei Leiterseile umfasst, auf den bestehenden Masten aufgelegt werden. Darüber hinaus ist in diesem Bereich auch die Erneuerung der nachrichtentechnischen Verbindung geplant. Änderungen an den Masten sind grundsätzlich nicht erforderlich, da diese bereits für die Zu- bzw. Umbeseilung technisch ausgelegt sind. Lediglich einzelne Masten sollen im Rahmen des Projektes saniert werden.

Verstärkung der bestehenden Freileitung vermeidet Neubau und minimiert Umweltauswirkungen

Die Maßnahmen werden auf Grundlage des bewährten NOVA-Prinzips (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) geplant. Durch die Erweiterung der Bestandsleitung auf zwei Stromkreise kann somit ein Neubau von zusätzlichen Freileitungen vermieden werden.

Der Netze BW ist es wichtig, die Auswirkungen des Vorhabens auf die Umwelt auf ein Minimum zu begrenzen. Der Planfeststellungsantrag enthält daher detaillierte umweltfachliche Untersuchungen und enthält Maßnahmen zur Vermeidung von Eingriffen in Grund und Boden oder Flora und Fauna. So ist beispielsweise vorgesehen, besonders sensible Bereiche als Zufahrtswege oder Arbeitsflächen während des Baus auszusparen.

Antragsunterlage wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht

Das Regierungspräsidium Karlsruhe prüft die Antragsunterlage nun auf ihre Vollständigkeit und leitet anschließend das Planfeststellungsverfahren ein. Dazu wird die Antragsunterlage veröffentlicht und allen Betroffenen die Möglichkeit geboten, zusätzlich zu den Planungshinweisen, die die Netze BW im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeholt und berücksichtigt hat, förmliche Einwendungen gegen den Plan zu erheben. Über den genauen Ablauf wird das Regierungspräsidium nochmals gesondert informieren.

Alle aktuellen Informationen zu dem Projekt sind unter www.netze-bw.de/netzverstaerkung-heilbronn-ingelfingen zu finden.

Der erste Abschnitt des ersten Vorhabens durchläuft den Regierungsbezirk Stuttgart. Die Antragsunterlage dazu, welche die Netze BW im vergangenen Jahr beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht hatte, befinden sich derzeit in Prüfung. Im zweiten, zeitlich nachgelagerten Vorhaben ist die Verstärkung der bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen 0107 und 0110 zwischen dem UW Heilbronn und dem UW Möckmühl in einem eigenständigen Planfeststellungsverfahren vorgesehen.

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