Einspeiser

Gesetzliche Grundlagen

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien trifft Regelungen für die Einbindung von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den Energiemarkt.

Es behandelt

  • den Anschluss der Anlagen an ein Netz
  • die vorrangige Abnahme des erzeugten Stroms
  • die Vergütung der abgenommenen Strommengen sowie
  • den bundesweiten Ausgleich und die Weiterwälzung an Letztverbraucher versorgende Elektrizitätsversorgungsunternehmen.

Bitte beachten Sie, dass nach den Vorgaben des EEG 2017 Betreiber von EEG-Anlagen, die ab 1. Januar 2017 in Betrieb genommen werden, verpflichtet sind, dem Netzbetreiber die erstmalige Veräußerung des erzeugten EEG-Stroms vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats mitzuteilen. Dies gilt unabhängig von der installierten Leistung der Anlage und nicht nur bei Direktvermarktung, sondern auch bei Inanspruchnahme der Einspeisevergütung.

In der Regel fällt der Zeitpunkt der erstmaligen Veräußerung des erzeugten EEG-Stroms mit dem Zeitpunkt der erstmaligen Netzeinspeisung zusammen. Soll beispielsweise eine EEG-Anlage erstmals im Januar 2017 Strom in das Netz der Netze BW einspeisen, muss der Anlagenbetreiber bis 30. November 2016 der Netze BW mitteilen, ob der Strom direktvermarktet werden oder eine Einspeisevergütung in Anspruch genommen werden soll. Bei Direktvermarktung sind außerdem Angaben zu dem Direktvermarkter und dem Bilanzkreis, dem die Stromeinspeisung zugeordnet werden soll, erforderlich.

Verstößt der Anlagenbetreiber gegen diese Pflicht, wird der anzulegende Wert bis zum Ablauf des Kalendermonats, der auf die Beendigung des Verstoßes folgt, auf den jeweils geltenden Monatsmarktwert abgesenkt.

Seit dem Inkrafttreten des zweiten Änderungsgesetzes zum EEG 2017 am 25. Juli 2017 gibt es für Photovoltaikanlagen unter bestimmten Voraussetzungen bis 100 kWp eine Förderung für jede Kilowattstunde „Mieterstrom“ - den sogenannten Mieterstromzuschlag nach § 19 Absatz 1 Nummer 3 in Verbindung mit § 21 Absatz 3.

Als Mieterstrom gilt der Strom, der durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohngebäudes erzeugt und an die Letztverbraucher (insbesondere Mieter und nicht Eigenversorgung) im jeweiligen Wohngebäude bzw. Nebenanlagen im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang ohne Durchleitung durch das öffentliche Netz geliefert und verbraucht wird. Das Wohngebäude muss mindestens zu 40 % der Fläche zu Wohnzwecken genutzt werden. Damit der Zuschlag ausbezahlt werden kann, muss die Strommenge nach Vorgaben des MsbG durch einen Zähler eines Messstellenbetreibers erfasst werden. Der Netznutzer am Übergabezähler (Mieterstromanbieter) zum Netz für die allgemeine Versorgung muss personenidentisch mit dem Anlagenbetreiber sein.
Bitte beachten Sie außerdem die Vorgaben nach § 42a des Energiewirtschaftsgesetzes.

Über das untenstehende „Formular Mieterstromzuschlag“ können Sie den Zuschlag bei der Netze BW beantragen. Zusätzlich muss noch eine Meldung an das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (BNetzA) erfolgen. Die Anlage muss mit Eintragung des Zeitpunktes dem Mieterstromzuschlag zugeordnet werden. Bis zur Einführung des Marktstammdatenregisters stellt die Bundesnetzagentur ein entsprechendes Formular zur Meldung bereit. Eine Deckelung von 500 MW darf dabei nicht überschritten sein.

Formular Mieterstromzuschlag(PDF)

Im Jahr 2000 wurde das Stromeinspeisungsgesetz (StrEG) 1998 (BGBl. I 1998, Seite 730, 734) durch das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG) vom 29. März 2000 (BGBl. I 2000, Seite 305) abgelöst. Ziel des Gesetzes ist, eine nachhaltige Energieversorgung zu schaffen und den Technologien zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Zum 1. Januar 2017 wurde die derzeit gültige Fassung dieses Gesetzes in Kraft gesetzt. Eine aktuelle Version finden Sie im Internet unter http://www.gesetze-im-internet.de/.

Laut EEG gelten als Erneuerbare Energien „Wasserkraft, einschließlich der Wellen-, Gezeiten-, Salzgradienten- und Strömungsenergie, Windenergie, solare Strahlungsenergie, Geothermie und Energie aus Biomasse einschließlich Biogas, Deponiegas und Klärgas sowie aus dem biologisch abbaubaren Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie“.

Das EEG schreibt für Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien die verpflichtende Aufnahme durch die Netzbetreiber und die Zahlung einer Mindestvergütung vor. Ab einer bestimmten Anlagengröße besteht die Verpflichtung zur Direktvermarktung durch den Anlagenbetreiber - in diesen Fällen zahlt der Netzbetreiber dem Anlagenbetreiber eine Marktprämie als Ausgleich zwischen der gesetzlichen Mindestvergütung und dem Entgelt vom Stromhändler.

Die gesetzlichen Regelungen sollen für eine gleichmäßige Verteilung der Belastungen auf die Letztverbraucher sorgen. Die für die deutschen Regelzonen verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sind durch das EEG mit der Durchführung eines bundesweiten „Lastenausgleiches" für Strommengen aus erneuerbaren Energien und deren finanziellen Belastungen beauftragt.

Im Zuge dieses Belastungsausgleichs geben die Verteilnetzbetreiber (VNB) die in ihren Netzen von den Anlagenbetreibern abgenommenen Strommengen an die ÜNB weiter. Im Gegenzug bekommen sie von den ÜNB die Vergütungszahlungen abzüglich vermiedener Netznutzungsentgelte erstattet, sofern die Auszahlung gemäß den Regelungen des EEG erfolgt ist.

Die ÜNB wälzen innerhalb des bundesweiten Ausgleichs die Vergütungszahlungen mittels der bundeseinheitlichen ermittelten EEG-Umlage an die Letztverbraucher. Grundlagen und Erläuterungen zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Jahresabrechnung der ausbezahlten Vergütungszahlungen erhalten Sie auf den Internetseiten der Übertragungsnetzbetreiber unter www.netztransparenz.de sowie der TransnetBW GmbH.
Weiterführende Informationen und Daten zur Windenergieerzeugung finden Sie ebenfalls unter: https://www.transnetbw.de/de.

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