Elektromobilität

Privat Strom tanken

Egal, ob Sie bereits „E-Mobilist“ sind oder noch mit dem Gedanken spielen, sich ein Elektroauto anzuschaffen - die Frage nach der "Stromtankstelle für Zuhause" wird sich für Sie stellen.

Sicher, schnell und komfortabel ist das Laden Ihres Fahrzeugs daheim mit speziellen Ladestationen – Wallboxen (wandmontierten Ladestationen) oder stehend montierten Ladestationen – möglich.

Wir unterstützen Sie hier mit Anregungen und Tipps auf Ihrem Weg zur persönlichen Ladeeinrichtung.

Punkte, die Sie wissen sollten

Wallbox contra Schuko

Elektroauto an der heimischen Steckdose laden - Gute Idee?

Grundsätzlich geht das!

Doch Ihre Sicherheit zählt! Denn das Laden eines Elektroautos ist nicht vergleichbar mit dem Betrieb der meisten anderen Elektrogeräte. Gängige Haushalts- oder Schuko-Steckdosen (230 V), wie Sie sie auch für Ihre Waschmaschine, Ihren Föhn oder zum Laden Ihres Handys benutzen, taugen fürs regelmäßige Laden eines Elektroautos nur bedingt.
Vergleich: Ihr Smartphone lädt mit 0,002 % der Ladeleistung eines Elektroautos an der Haushaltssteckdose.

In vielen Fällen sind weder die Steckdose selbst noch die Elektroinstallation dahinter darauf ausgelegt, über mehrere Stunden so viel Power abgeben zu müssen, wie sie für das Laden Ihres Elektroautos benötigt wird. Durch die hohe Dauerbelastung besteht die Gefahr von Überhitzungen und Kabelbränden. Vorsicht ist insbesondere in alten Häusern geboten.

Auch wenn das Schuko-Kabel im Kofferraum verlockend wirkt - Experten raten von der sogenannten "Notladung" auf Dauer ab. Die Schuko-Steckdose mit 230 Volt bringt es lediglich auf eine Ladeleistung von ca. 3,6 Kilowatt (kW). Dies ist zu wenig, um mit der wachsenden Akkuleistung neuer Fahrzeugmodelle Schritt zu halten.

Sehen Sie das Laden via Haushaltssteckdose idealerweise als Alternative, wenn gerade keine spezielle Wallbox verfügbar ist - zum Beispiel auf Reisen.

Wallboxen überzeugen in puncto Sicherheit!
  • Wallboxen verfügen über einen Leitungsschutzschalter, der das Ladekabel vor Überlastung schützt.
  • Zusätzlich muss ein FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) vorhanden sein, der die Wallbox, das Elektroauto und die Leitungen vor gefährlichen Fehlerströmen schützt. Dieser ist bestenfalls bereits in der Wallbox integriert bzw. muss separat installiert werden.
  • Jede Wallbox verfügt über einen "Electric Vehicle Charge Controller". Diese Einheit überwacht und steuert den Ladevorgang und regelt die Ladeleistung. Der Ladevorgang startet erst, wenn das Ladekabel richtig eingesteckt wurde und sich Fahrzeug und Wallbox gegenseitig identifiziert haben.
  • Vor der Installation Ihrer Wallbox überprüft der Fachmann (Ihr Elektroinstallateur), ob die vorhandene Hausinstallation der Belastung stand hält, so dass auch von dieser Seite keinerlei Gefahr besteht.
Wallboxen beeindrucken in puncto Tempo!

Wie schnell ein Elektroauto geladen ist, hängt vor allem von seiner Batteriekapazität, der Ladeleistung und schlussendlich der Lademöglichkeit ab. Grundsätzlich gilt folgende Faustregel: Je weniger Leistung die Quelle hat, desto länger dauert die Aufladung.

Da Wallboxen an einem 400-Volt-Starkstromanschluss installiert werden, haben sie den großen Vorteil, mit höheren Ladeleistungen operieren zu können. Statt 3,6 kW - wie bei der Haushaltssteckdose - bieten Wallboxen je nach Modell und Anschluss zwischen 3,7 und 22 KW. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Elektroautos in der Lage sind, die Maximalleistung aufzunehmen. Die gängigste Ladeleistung für Zuhause ist 11 kW, da sich hierfür die meisten Elektroautos eignen.

Sehen Sie anhand folgender Beispiele, wie viel schneller Sie an einer Wallbox im Vergleich zur Haushaltssteckdose "tanken":

Automodell Batteriekapazität Ladeleistung Ladedauer an der Ladestation Ladedauer an der Steckdose
e-Golf 35,8 kWh 7,2 kW 5 h 16 h
BMW i3s 27,2 kWh 3,7 / 11 kW 8 / 3 h 12 h
Renault ZOE R90 41 kWh 22 kW 2,67 h 25 h
Tesla Model S 75D 35,8 kWh 11 / 16,5 kW 8 / 5 h 33 h
Weitere Pro's für die Wallbox:
  • Ladeverluste sind beim Tanken an der Wallbox häufig deutlich geringer als in anderen Tank-Modi.
  • Sie können selbst bestimmen, von welchem Anbieter Sie Ihren (grünen) Strom beziehen und eventuell auf günstigeren Nachtstrom setzen. Öffentliche Ladesäulen sind in aller Regel teurer.
  • Die Ladestation kann auch intelligent genutzt werden, indem Sie sie mit Ihrer hauseigenen Photovoltaikanlage in Kombination mit einem Stromspeicher verbinden. Überschüssige Sonnenenergie kann so zum Laden Ihres Elektroautos genutzt werden.

Ladeeinrichtungen sind Expertensache!

Ein Punkt, der uns sehr am Herzen liegt: Holen Sie sich einen Profi - den Elektroinstallateur Ihres Vertrauens - ins Haus!

Da für eine Ladestation immer ein Starkstromanschluss (Dreiphasenwechselstromanschluss mit 400 Volt wie für Elektroherde) notwendig ist, muss die Installation von einem qualifizierten Elektroinstallateur durchgeführt werden.

Ihr Elektroinstallateur kennt Ihre Hausinstallation, den aktuellen Stand der Technik und die geltenden Vorschriften. Wir empfehlen, dass er Sie bereits bei den Vorüberlegungen und Vorarbeiten zu Ihrer eigenen Stromtankstelle unterstützt!

Um Überlastungen an der Elektroinstallation Ihres Hauses zu vermeiden und hiermit auch das Risiko von Bränden zu minimieren,

  • Dimensioniert Ihr Elektroinstallateur die Anschlussleistung Ihrer Hausinstallation (Faktoren hierfür: Bestehende Leistung Ihres Hausanschlusses, Art, Anzahl und Ladeleistung der anzuschließenden Fahrzeuge, erwartete durchschnittliche Parkdauer und Ladeverhalten) und überprüft hiermit, ob Ihre Hausinstallation für häufiges Laden mit höherer Leistung über längere Zeiträume geeignet ist.

  • Er entscheidet, ob Anpassungen an Ihrer Elektroinstallation notwendig sind und macht Ihre Garage bzw. Ihren Carport fit für den Anschluss.

  • Sollte die gewünschte Anschlussleistung Ihres Hausanschlusses nicht ausreichend sein, tritt er mit unserem Anschlussservice in Kontakt.


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Unsere Rolle

Als Ihr Netzbetreiber planen, betreiben und warten wir das ca. 100.000 km lange Stromnetz, an das Ihre Ladeeinrichtung angeschlossen wird. Dieses Netz bauen wir kontinuierlich aus.
Wir kümmern uns drum, dass der Strom zuverlässig in Ihre Steckdosen kommt, Sie ein warmes Zuhause haben, die Städte leuchten und Unternehmen reibungslos arbeiten können.

Für die optimale und schnelle Dimensionierung und Steuerung eines stabilen Netzes ist es für uns wichtig, zu wissen, was in unserem Netz geschieht.
Wo sollen Ladeeinrichtungen angeschlossen werden? Wo ist mit lokalen Belastungen zu rechnen? Muss unser Netz für neue Anforderungen gerüstet werden?

Sie werden verstehen, dass Ladeeinrichtungen deshalb melde- bzw. genehmigungspflichtig sind.

  • Ladeeinrichtungen mit einer Anschlussleistung bis einschließlich 12 kW sind meldepflichtig und müssen der Netze BW zur Information mitgeteilt werden.
    Sie können nach der Mitteilung an uns eingebaut werden.

  • Verfügt Ihre geplante Ladeeinrichtung über eine Leistung von mehr als 12 kW gilt eine Anmelde- und Genehmigungspflicht. Dabei muss die Netze BW der Installation explizit zustimmen, d.h. wir überprüfen erst, ob wir die gewünschte Ladeleistung an Ihrem Hausanschluss zur Verfügung stellen können oder ob wir den Hausanschluss bzw. das vorgelagerte Netz verstärken müssen.

    Wie geht es in diesem Fall weiter?

    Die gewünschte Ladeleistung kann an Ihrem Hausanschluss zur Verfügung gestellt werden:
    Sie erhalten innerhalb von zwei Wochen eine Anschlusszusage mit einer Gültigkeit von vier Monaten, d.h. Ihr Elektroinstallateur muss die Ladeeinrichtung innerhalb dieses Zeitraums installieren und in Betrieb nehmen.

    Ihr Hausanschluss muss für die gewünschte Ladeleistung ertüchtigt werden:
    Sie erhalten von uns innerhalb zwei Wochen ein Angebot. Dieses beinhaltet die direkten Kosten der Maßnahme (wir nennen diese "Netzanschlusskosten") und die anteiligen Kosten für diejenigen Elemente im Stromnetz, die mittelbar verstärkt werden müssen - den sogenannten Baukostenzuschuss (siehe Ergänzende Bedingungen zur Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) sowie Kostenerstattungsregelungen]. Diese anfallenden Kosten sind grundsätzlich von denjenigen zu tragen, die die Maßnahme veranlasst haben.
    Mit der Auftragserteilung, die dem Angebot beiliegt, können Sie uns dann beauftragen, diese Arbeiten durchzuführen. Erst im Anschluss kann Ihr Installateur Ihre Ladeeinrichtung installieren und in Betrieb nehmen.

Sollten bereits Ladeeinrichtungen im Gebäude vorhanden sein, bitten wir Sie, auch diese an uns zu melden.

Für Ihre Sicherheit, Tempo und Komfort beim Laden lohnt es sich, in eine persönliche Ladeeinrichtung zu investieren!

Die Höhe der Kosten, bis Sie Ihre Wallbox installiert haben, hängt von den individuellen Gegebenheiten vor Ort und der angedachten Nutzung ab. Sie ist einzelfallabhängig.



Mit folgenden Posten haben Sie zu rechnen:

  • Preis der Wallbox:
    Fahren Sie ein Elektroauto, das keine Ladeleistungen von 11 kW oder 22 kW verarbeiten kann und deshalb auch an den schnellen Wallboxen nur mit geringerer Geschwindigkeit lädt, können Sie auf eine günstigere Wallbox mit weniger Leistung setzen. Bedenken Sie allerdings einen eventuellen künftigen Fahrzeugwechsel, so sollten Sie sich zukunftsorientiert entscheiden. Für die meisten Nutzer dürfte eine 11-kW-Wallbox eine gute Option sein.
Unser Tipp: Investieren Sie in eine Wallbox, in die bereits ein Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) integriert ist, so sparen Sie diesen zusätzlichen Aufwand bei der Installation.



  • Installationskosten Ihres Elektroinstallateurs:
    Sie benötigen den Experten in jedem Fall für die Installation und Prüfung der direkten und einzeln abgesicherten Zuleitung von der Hauptverteilung zur Wallbox.
    Wie viel dies kostet, hängt vor allem vom Materialbedarf und den baulichen Maßnahmen ab, die hierfür notwendig sind.
    • Verfügt Ihre Garage oder Ihr Carport bereits über einen Starkstromanschluss?
    • Wie weit ist der Ladestandort vom Sicherungskasten entfernt?
    • Ist ein Kabel vorhanden, das sich nutzen lässt oder muss ein neues verlegt werden?
    • Sind Grabungsarbeiten oder ein Wanddurchbruch notwendig?
Unser Tipp: Stimmen Sie den Preisrahmen im Vorfeld mit Ihrem Elektroinstallateur ab.



  • Netze BW
    Von unserer Seite aus entstehen nur dann Kosten für Sie, wenn die Installation Ihrer Wallbox eine Verstärkung Ihres Hausanschlusses bzw. eine Verstärkung des vorgelagerten Netzes erfordert (siehe "Unsere Rolle"). In diesen Fällen erhalten Sie ein Angebot von uns.
Bei der Installation einer Wallbox bis einschließlich 11 kW ist im Einfamilienhaus in der Regel mit keinen zuätzlichen Kosten von unserer Seite aus zu rechnen.
Foto LEO

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Unsere Checkliste

Hier können Sie prüfen, ob Sie für die Installation an alles gedacht haben:

  • Der Elektroinstallateur Ihres Vertrauens ist "im Boot".

  • Die Ladeleistung Ihrer Wallbox und die Batteriekapazität Ihres Fahrzeugs sind kompatibel.

  • Ihre Hausinstallation ist für häufiges Laden mit höherer Leistung über längere Zeiträume geeignet bzw. gerüstet.

  • Ihr Hausanschluss verfügt über die entsprechende Kapazität, um den zukünftigen Mehrbedarf an Energie durch die Ladeeinrichtung zu bewältigen.

  • In Ihrer Garage bzw. auf Ihrem Carport ist der notwendige Starkstromanschluss vorhanden.

  • Sie haben der Netze BW Ihre Ladeeinrichtung mit einer Anschlussleistung bis einschließlich 12 kW gemeldet.

  • Ihre Ladeeinrichtung verfügt über eine Leistung von mehr als 12 kW und liegt der Netze BW zur Genehmigung vor.

Elektrisch laden im Mehrfamilienhaus

Während die Installation einer Wallbox für Hausbesitzer eines Einfamilienhauses einfach realisierbar ist, erweist sie sich im Mehrfamilienhaus - beispielsweise in der Tiefgarage - etwas komplexer.

Bitte beachten Sie folgendes:

  • Sie sind im Mehrfamilienhaus auf die Kooperation von Miteigentümern oder Vermietern angewiesen:
    In Deutschland muss in Mehrfamilienhäusern die Wohnungseigentümerschaft (WEG) dem Einbau von Wallboxen zustimmen - und zwar einzelnen Gerichtsbeschlüssen zufolge einstimmig.

  • Um eine teure Überdimensionierung des Hausanschlusses für Mehrfamilienhäuser zu vermeiden, empfehlen wir ein sogenanntes Lastmanagement. Ladeinfrastruktur kann gemeinsam genutzt werden, um die Anschaffung mehrerer Ladeeinrichtungen und eventuell die Erhöhung der Hausanschlusskapazität zu vermeiden. Die verfügbare Ladeleistung kann durch ein Lastmanagementsystem optimal auf alle zu ladenden Elektroautos verteilt werden. So verhindern Sie Lastspitzen, die zur Erhebung eines höheren Baukostenzuschusses führen können.

  • Um sicherzustellen, dass auch derjenige den Strom bezahlt, der ihn bezogen hat, muss bei einer Lösung mit mehreren Ladepunkten von jedem Wohnungszähler aus eine Leitung an die jeweilige Wallbox verlegt werden. Alternativ muss jede Wallbox über einen Zähler verfügen.

  • Haben Sie sich eine Wohnung in einem neuen Mehrfamilienhaus gekauft, treten Sie bitte möglichst frühzeitig mit Ihrem Bauträger in Kontakt, damit er die verschiedenen Wünsche nach Ladekapazität bestmöglich bündeln kann.

Bitte sprechen Sie bei geplanter Ladeinfrastruktur im Mehrfamilienhaus zunächst mit Ihrem Elektroinstallateur. Er tritt zu Fragen des Hausanschlusses dann mit uns in Verbindung.

Haben Sie weitere Fragen?

Antworten zu den häufigsten Fragen finden Sie in unserem FAQ-Bereich.

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