Unser Netz

Netzverstärkung Wangen – Grünkraut & Wangen – Leutkirch

Nachfolgend erhalten Sie alle wichtigen Informationen und Termine rund um das Netzverstärkungsvorhaben der bestehenden 110-kV-Leitungen zwischen den Umspannwerken Wangen und Grünkraut (Anlage 0005) sowie Wangen und Leutkirch (Anlage 0010).

Kurz & Knapp

Unser Vorhaben

Der Ausbau von regenerativen Erzeugungsanlagen (insbesondere Photovoltaik und Windkraftanlagen) bringt die Stromnetze an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Den Zielen der Landesregierung folgend, soll der Anteil der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg weiter steigen. Auch im Bodenseekreis sowie in den Landkreisen Ravensburg und Lindau wird in den kommenden Jahren ein weiterer Ausbau an erneuerbaren Erzeugungsanlagen erwartet.

Um weitere Einspeisungen gemäß § 12 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewährleisten zu können und das Verteilnetz auch in Zukunft sicher und zuverlässig betreiben zu können, plant die Netze BW die Verstärkung der bestehenden 110-kV-Hochspannungsfreileitungen zwischen den Umspannwerken Wangen und Grünkraut (Anlage 0005) sowie Wangen und Leutkirch (Anlage 0010).

Hochspannungsleitung Grükraut-Leutkirch

Meilensteine

Bedarfsplanung

Die eingeleitete Energiewende unter Förderung der Erneuerbaren Energien verändert die deutsche Energielandschaft nachhaltig. Zentrale Großkraftwerke werden zunehmend durch dezentrale, zumeist regenerative und kleinere Erzeugungsanlagen ergänzt, welche sich häufig im ländlichen Raum befinden. Regionen wie der Bodenseekreis sowie die Landkreise Ravensburg und Lindau beziehen nicht länger nur Strom, sondern erzeugen diesen verstärkt selbst, wobei überschüssige Strommengen entstehen und abtransportiert werden müssen. Verteilnetzbetreiber erstellen regelmäßig verschiedene Szenarien zum Um-, Aus- und Neubau ihrer Netze, um sowohl den neuen Anforderungen der sich ändernden Energielandschaft als auch den energiewirtschaftsrechtlichen Vorgaben zu entsprechen.

Netze BW reagiert auf den starken Zubau Erneuerbarer Energien in der Region und plant die bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen (Wangen – Grünkraut (Anlage 0005) & Wangen – Leutkirch (Anlage 0010)) zu verstärken und damit den neuen Anforderungen anzupassen.

Genehmigungsplanung im Dialog Aktueller Stand

Bevor die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden können, bedarf es einer Genehmigung, die im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens (hier: Planfeststellungsverfahren) durch die Netze BW zu erlangen ist. Um ein solches eröffnen zu können, muss die Netze BW zuvor einerseits verschiedene Voruntersuchungen durchführen, wie z.B. die Prüfung von technischen, rechtlichen, umweltfachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen sowie andererseits einen Planfeststellungsantrag erarbeiten. Parallel dazu wird die Öffentlichkeit bereits zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in die Planungen eingebunden. Neben verschiedenen Informationsmaterialien zum Vorhaben besteht z.B. über Bürgersprechstunden oder unser Projektpostfach die Möglichkeit, dass Sie uns Ihre Fragen und Hinweise zukommen lassen, welche wir Ihnen gerne beantworten und in unserer Planung berücksichtigen. Zu beachten ist, dass alle Planungshinweise immer in einen Ausgleich mit weiteren Interessen zum Vorhaben zu bringen sind. Hierzu dient das Planfeststellungsverfahren.

Planfeststellungsverfahren

Das Planfeststellungsverfahren ist ein besonderes Verwaltungsverfahren, welches für dieses Vorhaben zur Anwendung kommt. Bis voraussichtlich Anfang 2018 wird Netze BW einen Planfeststellungsantrag erarbeiten und bei den Genehmigungsbehörden einreichen. Zuständige Genehmigungsbehörden sind das Regierungspräsidium Tübingen für Baden-Württemberg und die Regierung von Schwaben für Bayern. Beide prüfen den Planfeststellungsantrag der Netze BW insbesondere unter Einbindung der Träger öffentlicher Belange, der Fachbehörden und der Öffentlichkeit. Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens ist der Planfeststellungsbeschluss.

Umsetzung

Die geplanten Maßnahmen können voraussichtlich ab 2019/2020 realisiert werden.

Inbetriebnahme

Nach Abschluss der Bauarbeiten, erfolgt als abschließender Meilenstein die Inbetriebnahme.

Geplante Maßnahmen

Vorgesehen ist, die bestehenden 110-kV-Hochspannungsfreileitungen (Anlage 0005 und 0010) an gleicher Stelle als Ersatzneubau den neuen Anforderungen anzupassen. Bestehende Masten sollen abgebaut und neue Masten vorwiegend standortgleich errichtet werden. Voraussichtlich fallen diese geringfügig höher bzw. niedriger aus. Zudem bedarf es voraussichtlich einer geringfügigen Verbreiterung der Fundamente. Weiterhin sollen die bisherigen Leiterseile ausgetauscht werden. Einhergehend mit einer höheren Stromtragfähigkeit der Leiterseile wird das Netz so fit für die Zukunft gemacht. Die Spannung bleibt mit 110 kV gleich.

Netze BW folgt mit dieser Verstärkungsmaßnahme dem sogenannten NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) und vermeidet somit neue zusätzliche Leitungsanlagen. Für den durch die Anlage 0005 mitgenutzten Abschnitt auf der bestehenden 110-kV-/380-kV-Freileitung (Anlage 0339) der Transnet BW werden die alten 110-kV-Leiterseile gegen neue und leistungsfähigere 110-kV-Leiterseile getauscht. Hierfür sind an den bestehenden Masten voraussichtlich Mast- und Fundamentverstärkungsmaßnahmen erforderlich.

Aktueller Stand

Derzeit laufen die Voruntersuchungen und die Vorbereitungen für die Erstellung der Genehmigungsunterlagen. Parallel dazu besteht für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich zum Vorhaben zu informieren sowie Fragen und Hinweise zu den Planungen einzubringen (frühe Öffentlichkeitsbeteiligung). Erste Hinweise, z. B. aus der in Neukirch durchgeführten Bürgersprechstunde am 19.01.2017 sowie den durchgeführten Gemeinderatssitzungen, werden derzeit geprüft.

Für beide Leitungsanlagen soll voraussichtlich ab Anfang 2018 ein gemeinsames Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Um möglichst alle Interessen in einen optimalen Ausgleich zu bringen, führen das Regierungspräsidium Tübingen (für Baden-Württemberg) und die Regierung von Schwaben (für Bayern) im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine förmliche Beteiligung durch. Erst nach Feststellung des Plans kann die Umsetzung der geplanten Netzverstärkung erfolgen; voraussichtlich ab 2019/2020.

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