13. Januar 2020

Kommunen den Weg zum „Internet der Dinge“ frei machen

Netze BW startet Aufbau eines LoRaWAN-Netzes für Baden-Württemberg

Die Netze BW will Kommunen in Baden-Württemberg Optionen zur Nutzung des „Internet der Dinge“ eröffnen. Dazu soll bis Ende 2022 ein weitgehend flächendeckendes LoRaWAN Netz entstehen. Die ersten Antennen mit Gateway wurden dieser Tage an Standorten der EnBW-Tochter im Mittleren Neckarraum und der Kurpfalz installiert.

Fahrzeuge, die unbefugt eine Rettungszufahrt blockieren, Mülleimer, die geleert werden sollten, defekte Straßenlaternen, verfügbare Parkplätze in der Tiefgarage – fast unendlich ist die Reihe möglicher Anwendungsfälle im Rahmen des „Internet der Dinge“ (Internet of Things, kurz IoT). Eines haben sie für Geschäftsführer Christoph Müller alle gemeinsam: „Städten und Gemeinden bieten sich so ganz neue Möglichkeiten, Teile ihrer Infrastruktur komfortabel zu kontrollieren und zu steuern. Dabei sparen sie unterm Strich Geld und die Mitarbeiter werden von zeitraubender Routine entlastet“.

Die Grundlage dafür bietet LoRaWAN (Long Range Wide Area Network). „Die robuste und leicht zu handhabende Technik steht für die drahtlose Übermittlung einfacher Daten mit sehr großer Reichweite bei geringem Energieverbrauch“, so Projektleiter Nick Lechner. Entsprechend minimal sei die dabei entstehende Strahlung. Wenige, in der Regel stationäre Gateways und Funkantennen bilden das Rückgrat. Mit Batterien bestückte Sensoren an den zu überwachenden Einrichtungen liefern die Daten an einen Netzwerkserver im Rechenzentrum der EnBW in Karlsruhe. Dort stehen sie zur weiteren Verwendung durch die Kommunen, beispielsweise über IoT-Plattformen, bereit. Das Prinzip funktioniert auch in umgekehrter Richtung, also für Steuerungen.

Insgesamt bis zu 3000 solcher Gateways will die Netze BW nach einer Ausschreibung im Sommer 2019 beim LoRaWAN-Spezialisten ZENNER IoT Solutions mit Sitz in Hamburg beziehen. Bis Ende 2022 soll der Aufbau vollzogen sein, rund 600 Geräte werden im Laufe des Jahres 2020 verbaut werden. Gut zwanzig Städte und Gemeinden haben bereits ihr Interesse an entsprechenden IoT-Anwendungen bekundet. Vorangegangen waren zwei „Leuchtturm“-Projekte in Wendlingen (Kreis Esslingen) und Magstadt (Kreis Böblingen). „Die dort gemachten Erfahrungen haben uns darin bestärkt, diesen Weg zu gehen“ so Christoph Müller.

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