Netzinnovationen
FlexCharge BW
Die Zukunft der Logistik ist elektrisch — doch leistungsfähige Ladeinfrastruktur trifft vielerorts auf begrenzte Netzkapazitäten. Im Projekt FlexCharge BW entwickeln und erproben wir gemeinsam mit Logistikpartnern neue Ansätze für das netzorientierte Laden von E‑Lkw‑Flotten. Ziel ist es, Netzanschlüsse schneller zu ermöglichen und die vorhandene Netzinfrastruktur intelligenter zu nutzen.
Das Netz im Blick, die elektrische Logistik im Fokus
In unserem NETZlabor testen wir unter realen Bedingungen, welche Anforderungen das Laden von E-Lkw in Logistikzentren an unser Stromnetz stellt und wie wir als Verteilnetzbetreiber den Hochlauf der Elektrifizierung in dieser Branche aktiv durch die intelligentere Auslastung verfügbarer Netzkapazitäten unterstützen können. Hierzu kooperieren wir mit zwei Logistikunternehmen in Baden-Württemberg und testen in der Praxis, wie dies mithilfe von dynamischen Ladefahrplänen gelingen kann.
Wie wir das E-Lkw-Laden von morgen bereits heute erproben
Im Mittelpunkt unseres NETZlabors steht die Frage, wie die Integration von E‑Lkw‑Flotten in das Verteilnetz zukünftig optimiert werden kann. Ziel ist es, das netzorientierte Laden unter realen Bedingungen zu erproben und zu untersuchen, welches Potenzial dieser Ansatz für Logistikunternehmen und das Verteilnetz bietet. Gemeinsam mit starken Partnern aus Logistik und Forschung analysieren wir das Ladeverhalten der E-Lkw an unseren NETZlabor-Standorten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung und der praktischen Erprobung dynamischer Ladefahrpläne, die sich an den logistischen Prozessen orientieren und gleichzeitig die Situation im Stromnetz berücksichtigen. Ergänzend wird untersucht, welche Anreize eine solche Form des Ladens für Logistikunternehmen attraktiv machen können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Netzinfrastruktur effizienter zu nutzen und neue Lösungsansätze für ein zukunftsfähiges Zusammenspiel von Logistik und Stromnetz zu entwickeln.
Der Aufbau des NETZlabors
Das NETZlabor setzt sich aus mehreren zentralen Komponenten zusammen:
- E-Lkw-Flotte an vier Depotstandorten mit 40 E-Lkw im Einsatz
- Ladeinfrastruktur mit 20 Schnellladepunkten für Nutzfahrzeuge
- Photovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung
- Kundenstation mit Mittelspannungsanschluss
- Batteriespeicher
Unsere Logistikpartner – Pioniere der Elektromobilität
Der technische Fokus: Nutzung von Flexibilitäten in der Mittelspannung
Das Stromnetz ist nicht zu jeder Zeit gleich stark ausgelastet. Je nach Tageszeit und Wetter speisen unterschiedliche Anlagen Strom ein — zum Beispiel Photovoltaikanlagen — und gleichzeitig nutzen Haushalte, Betriebe oder Industrie unterschiedlich viel Strom. Dadurch stehen im Netz zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich große freie Kapazitäten zur Verfügung. Beim Anschluss neuer großer Verbraucher wird heute jedoch nur die dauerhaft verfügbare Netzkapazität berücksichtigt. Temporär freie Kapazitäten, die zu bestimmten Zeiten vorhanden wären, können bislang nicht genutzt werden.
Ein netzorientiertes Laden setzt genau hier an: E‑Lkw‑Ladeparks könnten ihren Stromverbrauch künftig an die aktuelle Situation im Netz anpassen. So wäre es möglich, in Zeiten mit viel verfügbarer Netzkapazität — etwa bei hoher Solarstrom‑Einspeisung — zeitweise mehr Leistung zu nutzen, als dies nach heutigen Anschlussregeln dauerhaft möglich ist. Zu anderen Zeiten würde die Ladeleistung entsprechend reduziert werden. Diese Anpassung kann über dynamische, netzorientierte Ladefahrpläne erfolgen. Dabei übermittelt der Netzbetreiber Informationen zur aktuellen Netzsituation an das Logistikunternehmen, das seine Ladevorgänge darauf abstimmt. Die Ladefahrpläne sehen nicht immer gleich aus. Sie sind beispielsweise abhängig davon, wie viele Last- und Erzeugungsanlagen in einem Netzgebiet angeschlossen sind. Anhand von zwei Beispielen wird dies deutlich.
Netzorientierte Ladefahrpläne mit Hilfe von Netz- und Logistikdaten berechnen und übermitteln
- Daten zur Netzauslastung
- Daten zur Einsatzplanung der E-Lkw-Flotte
- Ladefahrplanberechnung
- Dashboard zum Monitoring Netze BW
- Ladefahrplan für Logistiker