Unser Netz

Netzausbau

Schritt für Schritt in Richtung Energiezukunft

Die Netze BW baut ihr Netz auch heute schon bedarfsgerecht aus und ist als Verteilnetzbetreiber daran interessiert und dazu verpflichtet, ihr Netz im Sinne einer effizienten und sicheren Stromversorgung stetig zu optimieren.

Warum Netzausbau?

Die Energiewende findet im Verteilnetz statt.

Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein, Baden-Württemberg sogar bis 2040. Ein ehrgeiziges Ziel, welches eine starke Zunahme an E-Autos und Wärmepumpen und gleichzeitig einen rasanten Ausbau an erneuerbaren Energien voraussetzt. Für die Zukunft wird ein steigender Stromverbrauch erwartet, während gleichzeitig die Stromerzeugung vermehrt dezentral stattfindet.

Dies hat starke Auswirkungen auf die Auslastung unserer Stromnetze. Damit das Ziel Klimaneutralität erreicht werden kann, ist Intensivierung des Ausbaus der Verteilnetze unverzichtbar – denn das Verteilnetz bildet das Rückgrat der Energie- und Klimawende. Nur ein an den steigenden Strombedarf und die dezentrale Erzeugung angepasstes Verteilnetz kann die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleisten.

Politische Ziele im Detail

Unsere Aufgaben als Verteilnetzbetreiber rund um das Netz

§ 11 Absatz 1 Satz 1 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Betrieb von Energieversorgungsnetzen

Betreiber von Energieversorgungsnetzen sind verpflichtet, ein sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz diskriminierungsfrei zu betreiben, zu warten und bedarfsgerecht zu optimieren, zu verstärken und auszubauen, soweit es wirtschaftlich zumutbar ist.

§ 12 Absatz 1 Satz 1 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Erweiterung der Netzkapazität

Netzbetreiber müssen auf Verlangen der Einspeisewilligen unverzüglich ihre Netze entsprechend dem Stand der Technik optimieren, verstärken und ausbauen, um die Abnahme, Übertragung und Verteilung des Stroms aus erneuerbaren Energien oder Grubengas sicherzustellen.

Unsere Herausforderungen beim Netzausbau

Stabilität im Stromnetz erhalten

Das Verteilnetz muss nun viel mehr leisten können als früher – es muss die unterschiedlichen Strommengen, die auch noch sehr wechselhaft zu verschiedenen Witterungs- / Tageszeiten anfallen, mit dem Strombedarf in Einklang bringen.

Neue Verbraucher berücksichtigen

Mit zunehmender Elektrifizierung, beispielsweise im Industrie- und Verkehrssektor, wird der Strombedarf weiter steigen. Für jeden neuen Verbraucher (z. B. Wärmepumpen und die Elektromobilität) muss das Netz vorausgedacht und ausgebaut werden.

Netz an neue Anforderungen anpassen

Lange Zeit wurde Strom in Deutschland fast ausschließlich von großen Kraftwerken zentral erzeugt, in das Übertragungsnetz eingespeist und im Verteilnetz verteilt. Heute wird unser Strom zunehmend dezentral erzeugt – das heißt in der Nähe der Verbrauchenden. Das Netz der Zukunft muss für den Verbrauch und die Einspeisung aus kleinen und großen Anlagen ausgelegt sein und den Strom über verschiedene Spannungsebenen transportieren.

Mit Ausbau erneuerbarer Energien Schritt halten

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist derzeit schneller als der Netzausbau. Damit der durch die neuen Erzeugungsanlagen erzeugte Strom ins Netz eingespeist und zu den Verbrauchenden transportiert werden kann, müssen die Netze in allen Spannungsebenen ausgebaut werden. Um die Versorgungssicherheit weiterhin bereitstellen zu können, muss der Netzausbau beschleunigt werden.

Grundlagen zur Ermittlung des Netzausbaubedarfs

Durch das im Jahr 2022 verabschiedete „Osterpaket zum Ausbau erneuerbarer Energien“ der Bundesregierung können die Übertragungsnetzbetreiber im Netzentwicklungsplan (NEP) nun den Zeitraum bis 2045 statt bisher bis 2035 betrachten. Dadurch wird das Ziel, Klimaneutralität bis 2045 in Deutschland herzustellen, erstmals berücksichtigt. Das neue Ziel- bzw. Stützjahr wurde zum ersten Mal auch für den Netzausbauplan (NAP) der Verteilnetzbetreiber herangezogen.

Auf den NEP aufbauend berechnen die Verteilnetzbetreiber im NAP ihre Ausbauzahlen für ihre Netze. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Großteil der bestehenden Trassen umgebaut und darüber hinaus neue Leitungsanlagen gebaut werden müssen. Zusätzlich ergibt sich ein immenser Bedarf an Erweiterungen und Neubauten von Umspannwerken, sowohl zwischen Höchst- und Hochspannung als auch zwischen Hoch- und Mittelspannung.

Netzentwicklungsplan (NEP) der Übertragungsnetzbetreiber

Der Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber (NEP) stellt den Ausbaubedarf des deutschen Stromnetzes inkl. Maßnahmen dar.

Die Übertragungsnetzbetreiber sind nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verpflichtet, den Netzentwicklungsplan Strom (NEP) alle zwei Jahre der Bundesnetzagentur vorzulegen. Diesen erarbeiten die Übertragungsnetzbetreiber gemeinsam und definieren damit den Ausbaubedarf der Übertragungsnetze für die kommenden Jahre. Der Szenariorahmen stellt die Grundlage des NEP dar und sieht verschiedene Pfade der Entwicklung von Erzeugungsanlagen und des Bruttostromverbrauchs vor. Das Ergebnis ihrer Berechnungen ist der NEP. Er wird in Begleitung von Wissenschaftler*innen und unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet und von der Bundesnetzagentur genehmigt.

Netzausbauplan (NAP) der Netze BW

Der Netzausbauplan (NAP) beschreibt den Netzausbaubedarf unter Berücksichtigung aktueller technologischer Entwicklungen und Prognosen. Er wird alle 2 Jahre durch die Netze BW erstellt.

Die Netze BW macht ihr Netz durch intelligente Lösungen sowie den Um- und Ausbau ihrer Stromnetze zukunftssicher, damit auch weiterhin höchste Versorgungsqualität gewährleistet ist. Die ermittelten Vorhaben basieren dabei auf den Daten und Prognosen des Szenariorahmens des übergeordneten Netzentwicklungsplans der Übertragungsnetzbetreiber (NEP). Die geplanten Maßnahmen werden auf Grundlage der geltenden Rahmenbedingungen kontinuierlich auf Notwendigkeit und Umfang geprüft. Das ermöglicht Netze BW, nur die tatsächlich erforderlichen Maßnahmen im notwendigen Umfang umzusetzen. Mit der Veröffentlichung des NAP wird eine größtmögliche Transparenz erreicht und die Öffentlichkeit umfassend informiert.

Verlustarme Übertragung durch mehrere Spannungsebenen

Das Stromnetz ist in zwei Arten unterteilt: das Übertragungsnetz und das Verteilnetz

Die Höchstspannungsebene ist Teil des Übertragungsnetzes, während Hoch-, Mittel- und Niederspannung dem Verteilnetz zugeordnet sind.

Die einzelnen Spannungsebenen im Überblick

Höchstspannung

Übertragungsnetzbetreiber (kurz ÜNB) betreiben überregionale Stromnetze – auch bekannt als Stromautobahnen – und transportieren Strom auf der Ebene der Höchstspannung (> 220 kV) über längere Distanzen (Bsp. SuedLink). In das Übertragungsnetz wird Strom von Großerzeugern oder aus unterlagerten Netzebenen eingespeist und über die Übertragungsnetze weitergeleitet an die Netze der regionalen Verteilnetzbetreiber (VNB). Nicht nur inländisch, sondern auch über Landesgrenzen hinaus verbinden die ÜNB-Stromnetze und arbeiten so gemeinsam am europäischen Verbundnetz.

Hochspannung

Auf der Ebene der Verteilnetze wird der Strom in Hoch-, Mittel- und Niederspannung übertragen. Die Netze BW betreibt das überregionale Verteilnetz (Hochspannungsnetz) mit 110 kV. Das Hochspannungsnetz ist die Verbindung zum Höchstspannungsnetz (über Umspannwerke). Mit Hochspannungsnetzen wird der Strom grob zu Ballungszentren oder auch direkt an große Industriebetriebe verteilt.

Weitere Informationen zu den Hochspannungs-Netzausbauprojekten finden Sie hier.

Mittelspannung

Die Netze mit niedrigeren Spannungsebenen dienen der regionalen Verteilung des Stroms an die Endverbraucher*innen.

In der Mittelspannung variiert die elektrische Spannung je nach Anforderungen und Gegebenheiten im Bereich von 10 bis 30 kV. Das Mittelspannungsnetz verteilt den Strom an regionale Transformatorenstationen oder direkt an größere Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäuser oder Fabriken.

Niederspannung

Das Niederspannungsnetz dient der Feinverteilung des Stroms auf lokaler Ebene.

An das Niederspannungsnetz sind private Haushalte, kleinere Industriebetriebe, Gewerbe und die Verwaltung angeschlossen. Die Netze BW betreibt ihr Niederspannungsnetz mit 400 V. In Deutschland liegt an Haushaltssteckdosen eine Spannung von 230 V.

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