03. Juni 2026
Neue Leitung ebnet Weg von Kohle zu Erdgas beim Kraftwerk Altbach/Deizisau
Netze BW erweitert bei Aichwald im Landkreis Esslingen ihr Gasverteilnetz und erhöht damit die Versorgungssicherheit / Verkehrseinschränkungen zwischen Juni und September
Aichwald. Mit der Baumaßnahme schafft der Verteilnetzbetreiber eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Kraftwerk in Altbach/Deizisau von Kohle auf Gas umgestellt werden kann. Die neue Leitung ist so ausgelegt, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt auch Wasserstoff transportieren kann.
Dazu errichtet Netze BW eine neue Übergabestation und verlegt zwischen dem Ortsausgang des Aichwalder Ortsteils Aichschieß und dem Kreuzungsbereich der Kreisstraßen K1213 und K1267 eine Gas-Hochdruckleitung. Die rund 715 Meter lange Stahlleitung mit einem Durchmesser von 400 Millimetern soll zu-nächst Erdgas transportieren und ab Mitte der 2030er-Jahren auch für Wasserstoff genutzt werden können. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem derzeitigen Bau der Süddeutschen Erdgasleitung (SEL) durch den Ferngasnetzbetreiber terranets bw und ist Teil des schrittweisen Ausbaus der regionalen Gas- und künftigen Wasserstoffinfrastruktur. In Aichwald ist ein Anschluss des bestehenden Gasverteilnetzes der Netze BW an die SEL möglich.
Investition in Höhe von 11 Millionen Euro
„Mit unserer Investition von rund 11 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur ermöglichen wir die Umstellung des Kraftwerksstandorts Altbach/Deizisau von Kohle auf Gas und damit einen deutlich CO₂-ärmeren Betrieb“, sagt Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Netze BW. „Industrielle und systemrelevante Großverbraucher wie dieses Kraftwerk treiben die Umstellung bestehender Erdgasnetze auf Wasserstoff. So entsteht Schritt für Schritt ein Verteilnetz für die Region, das sich an der tatsächlichen Nachfrage orientiert und dessen Infrastruktur wir bedarfsgerecht ausbauen.“
Verkehrseinschränkungen sind erforderlich
Für die Bauarbeiten bei Aichwald sind zeitweise Verkehrseinschränkungen erforderlich. Vom 10. Juni bis 24. Juli wird die K1213 (Römerstraße) im Kreuzungsbereich halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird per Ampel geregelt. Radfahrerinnen und Radfahrer werden um die Baumaßnahme herumgeleitet. Zwischen dem 24. Juli und 18. September muss die K1267 auf einer Länge von rund 480 Metern voll gesperrt werden. Eine Umleitung wird eingerichtet, auch Buslinien werden umgeleitet.
Im dritten Bauabschnitt erfolgt der Anschluss der neuen Leitung an die Übergabestation. Zusätzliche Straßensperrungen sind dafür nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Die Baustelle liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Nacht- oder Wochenendarbeiten sind derzeit nicht geplant.
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