Wasserstoff für Altbach: Ihre Wärmeversorgung der Zukunft
Die Umfrage richtet sich an Immobilieneigentümer*innen in Altbach.
Die Umfrage ist bis zum 24. Mai 2026 geöffnet.
Altbach gestaltet die Energiezukunft
Die Wärmewende ist ein entscheidender Baustein einer zukunftsfähigen und wirtschaftlichen Energieversorgung. Mit der Verabschiedung der kommunalen Wärmeplanung im September 2025 hat Altbach dafür einen wichtigen Grundstein gelegt.
Altbach hat besondere Voraussetzungen, die eine Versorgung mit Wasserstoff über das bereits vorhandene Gasnetz ermöglichen. Die Wärmeplanung sieht Wasserstoff als möglichen Bestandteil der zukünftigen Energieversorgung vor. Gemeinsam mit Netze BW, dem lokalen Netzbetreiber, bietet sich die Chance, die Gasnetzinfrastruktur Schritt für Schritt auf Wasserstoff umzustellen – ein wichtiger Beitrag zur Dekarbonisierung und zur Erreichung der Klimaziele 2040 in Baden-Württemberg.
Wie schaffen wir die Wärmewende?
In der Wärmewende gilt es individuell und für die Netzgebiete in der Kommune die technisch und wirtschaftlich besten Lösungen zu finden. Der Vorteil in Altbach sind die bereits vorhandenen und grundsätzlich geeigneten Leitungen. Für die Umstellung auf Wasserstoff müssen überwiegend oberirdisch Umbauten vorgenommen werden. Wasserstoff wird zu Beginn teurer sein als Erdgas. Die moderaten Investitionskosten für H2-ready-Heizungen, die vorhandene Infrastruktur, steigende CO₂-Preise auf fossile Brennstoffe und künftige Technologiefortschritte geben dem Einsatz von Wasserstoff jedoch eine Chance. Die kommunale Wärmeplanung zeigt drei Wege auf:
Warum Wasserstoff für Altbach?
Wasserstoff ist der Schlüssel für eine treibhausgasarme Wärmeversorgung – besonders dort, wo andere Lösungen technisch an ihre Grenzen stoßen oder wirtschaftlich nicht umsetzbar sind. Er kann in ausgewählten Netzgebieten perspektivisch Erdgas ersetzen. Wasserstoff ist bei der Verbrennung CO₂-frei, sicher und einfach zu verwenden.
Die besonderen Voraussetzungen in Altbach
Eine flächendeckende Umstellung aller Gasnetze auf Wasserstoff ist aktuell nicht realistisch. Entscheidend sind die lokalen Voraussetzungen. In Altbach sind alle drei erfüllt:
- Großverbraucher vor Ort: Das Fuel-Switch Kraftwerk Altbach/Deizisau wird perspektivisch auf Wasserstoff umgestellt.
- Anbindung an die Wasserstoff-Infrastruktur: Die Hochdruckanbindung an das Wasserstoff-Kernnetz über die Süddeutsche Erdgasleitung (SEL) stellt die Versorgung sicher.
- Geeignetes Gasnetz: Das örtliche Gasverteilnetz ist modern und auf Wasserstoff transformierbar.
Wie geht es weiter?
Gemeinsam mit der Kommune und den Bürger*innen vor Ort planen wir die Transformation unseres Gasnetzes. So sieht der Fahrplan aus:
Häufig gestellte Fragen zum Thema Wasserstoff
Erdgas (CH₄) ist ein fossiler Energieträger und setzt bei der Verbrennung u.a. CO₂ frei, während Wasserstoff (H₂) klimaneutral genutzt werden kann, wenn er aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Wasserstoff ist wesentlich leichter und besitzt andere technische Eigenschaften, weshalb Geräte und Netze teilweise angepasst werden müssen.
Nein, es gibt keine Verpflichtung. Es sind nach wie vor auch Alternativen wie Wärmepumpen möglich. Es handelt sich um eine zusätzliche Option für mehr Flexibilität – je nach individueller Situation, eigenen Präferenzen und baulichen Voraussetzungen des Gebäudes.
Frühestens 2035, abhängig von der vorgelagerten Infrastruktur (Wasserstoff-Kernnetz/ Süddeutsche Erdgasleitung) und der Umstellung des Fuel-Switch Kraftwerks Altbach/Deizisau. Durch die Anbindung ist die Versorgung der Verbraucher in Altbach sichergestellt, zuverlässig und kann langfristig mit Abschluss eines Netzanschlussvertrages vertraglich abgesichert werden.
Ja, bis zur Umstellung kann vorerst die bestehende Gasheizung weiterbetrieben werden. Zum Zeitpunkt der Umstellung der Infrastruktur von Erdgas auf Wasserstoff muss die bestehende Gasheizung dann aber H2-ready sein. Der Umstellungszeitpunkt wird mindestens mit einer Vorlaufzeit von 10 Jahren kommuniziert.
Das Gasverteilnetz der Netze BW wird uneingeschränkt unter der Berücksichtigung der Regeln der Technik umgestellt und betrieben.
Für die Inneninstallation gilt wie bei anderen Energieträgern: Die Verwendung ist sicher, wenn die nötigen Anlagen und Komponenten fachmännisch ein- bzw. umgebaut wurden.
Im NETZlabor H₂-100 Öhringen haben wir die Umstellung eines bestehenden Erdgasnetzes auf 100 Prozent Wasserstoff erfolgreich erprobt und einen sicheren und zuverlässigen Betrieb demonstriert.
Die Investitionskosten für H2-ready-Heizungen sind aktuell geringer als bei Alternativen wie Wärmepumpen. Die Wasserstoffwirtschaft befindet sich im Aufbau. Durch Skalierung, Innovation und Importe ist davon auszugehen, dass sich die Preise deutlich verringern werden. Wann die Preisparität mit Erdgas erreicht ist, lässt sich aktuell noch nicht prognostizieren.
Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber abhängig von den lokalen Gegebenheiten: z. B. Wärmepumpen, Hybridlösungen, möglicher Anschluss ans Fernwärmenetz oder Pelletheizungen.
Die Umstellung wird langfristig vorbereitet und erfolgt schrittweise. Dabei werden zunächst Netz und Anlagen geprüft und angepasst, anschließend auch die Kundenanlagen. Die eigentliche Umstellung findet zu einem festgelegten Zeitpunkt statt, dabei kann es kurzzeitig zu Unterbrechungen kommen. Sie werden frühzeitig informiert und während des gesamten Prozesses begleitet.