19. Juli 2021

Munderkingen: Millioneninvestition in sichere Stromversorgung

Netze BW errichtet neues Umspannwerk als Ersatz für die bisherige Anlage auf der Donauinsel

Munderkingen. Leistungsfähiger, wartungsfreundlicher und zukunftssicher soll das neue Umspannwerk (UW) Munderkingen werden, das die Netze BW an der Brunnenbergstraße errichtet. Voraussichtlich schon in etwa einem Jahr wird es seinen Betrieb aufnehmen können und dann das bisherige UW auf der Donauinsel ersetzen.

Der Startschuss für das Großprojekt, mit dem die Netze BW über zehn Millionen Euro in die Versorgungssicherheit investiert, fiel bereits im Mai mit den bauvorbereitenden Maßnahmen. In der Zwischenzeit wurde die Bodenplatte für das Betriebsgebäude gegossen, in dem Teile der Schalttechnik untergebracht werden. Bis etwa Oktober wird nun das Gebäude errichtet, weitere Fundamente für Transformatoren und die Freiluft-Schaltanlage sowie Kabelgräben fertiggestellt. Anschließend erfolgen die Anlieferung und Montage der sogenannten Großgeräte. Dazu zählen unter anderem drei 40-MVA-Trafos, die das „Herzstück“ eines Umspannwerks sind und den eingehenden Strom von 110.000 Volt Hochspannung zur Weiterverteilung auf 20.000 Volt Mittelspannung umwandeln. Von hier aus werden sowohl Munderkingen als auch die umliegenden Gemeinden in einem Umkreis von rund zehn Kilometern versorgt. Anfang 2022 steht dann das Errichten eines zusätzlichen Strommasts an, über den die Einspeiseleitungen Munderkingen – Ehingen und Riedlingen – Allmendingen in das Umspannwerk geführt werden.

Der Neubau des Umspannwerks war dringend notwendig. Denn zum einen näherte sich die aus den 1960er-Jahren stammende Anlage dem Ende ihrer technischen Betriebsdauer. Zum anderen spielt der stetige Ausbau der erneuerbaren Energien eine wichtige Rolle: „Um bei weiterhin hoher Versorgungsqualität den vermehrt dezentral erzeugten Strom auch in Zukunft problemlos aufnehmen zu können, bedarf es Verstärkungsmaßnahmen“, sagt Projektleiter Lukas Lehmann von der Netze BW. Darum sorgt in Munderkingen künftig ein weiterer Trafo für mehr Kapazität, während bislang noch zwei ausreichten.

Der Platzbedarf für die zusätzlichen Anlagenteile stellte für die Planer eine große Herausforderung dar. Bei einer Erneuerung oder gar Erweiterung wäre man am bisherigen Standort buchstäblich an Grenzen gestoßen. „Die relativ beengten Platzverhältnisse in unserem Umspannwerk auf der Donauinsel ließen keinen Umbau und erst recht keinen Ausbau zu. Da bot es sich an, auf die freie Fläche, die zu unserer Betriebsservicestelle in der Brunnenbergstraße gehört, auszuweichen“, berichtet Lehmann. Außerdem müsse man sich dort auch keine Sorgen um Hochwasser machen.

Nach Inbetriebnahme der neuen Anlage auf dem Brunnenberg wird das alte Umspannwerk auf der Donauinsel vom Netz genommen und abgebaut. Wenn alles planmäßig verläuft, ist das gesamte Projekt bis Ende 2022 abgeschlossen.

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