22. Dezember 2020

Ringsheim: Netze BW testet das Zusammenspiel von Elektromobilität und örtlichem Stromnetz

In der Kaiserbergstraße wird die e-mobile Zukunft erprobt

Ringsheim. Vor welchen Herausforderungen stehen die Stromnetze durch die Elektromobilität? Wie sehen Erfahrungen im Alltag aus, und welche Lösungsansätze gibt es für die Netze der Zukunft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des NETZlabors Intelligentes Heimladen der Netze BW. Ziel des Projekts ist das Erproben und Weiterentwickeln einer netzdienlichen Steuerung von Ladeeinrichtungen, um Netzengpässe zu vermeiden.

Nun wird die Kaiserbergstraße in Ringsheim Teil dieses NETZlabors: In den kommenden sechs Monaten unterziehen die acht teilnehmenden Haushalte - alle an einem gemeinsamen Stromkreis - das örtliche Stromnetz einem Härtetest. Dafür stellt die EnBW-Tochter Netze BW für die Dauer des Projekts jedem interessierten Haushalt ein E-Fahrzeug und die zugehörige Ladebox kostenlos zur Verfügung. Im Projekt sollen die Auswirkungen der Elektromobilität getestet und verschiedene Strategien erprobt werden, um möglichen Engpässen im Stromnetz entgegenzuwirken. Dabei kommen für das netzdienliche Lademanagement intelligente Messsysteme und Steuerboxen zum Einsatz. „Wir wollen uns nicht allein auf Berechnungen und Prognosen verlassen, sondern im realen Umfeld wichtige Erkenntnisse für die intelligente Integration von Elektromobilität in unser Stromnetz sammeln“, so Projektleiter Sven Zahorka.

Mit der Kaiserbergstraße wurde gezielt ein typisches Wohngebiet mit Eigenheimen ausgesucht. Dahinter steht die Annahme, dass die Elektromobilität in solchen Gebieten am schnellsten Fuß fassen wird und somit dort auch zuerst Herausforderungen für das Stromnetz entstehen. Die Teilnehmer*innen sind bunt gemischt: von der Familie mit kleinen Kindern bis zum Rentner. Um das Projekt möglichst realitätsnah zu gestalten, sind drei verschiedene Fahrzeugtypen mit unterschiedlichen Reichweiten und Ladeleistungen im Einsatz. Hierbei handelt es sich um die Modelle BMW i3, VW e-Golf und Tesla Model 3, welche den teilnehmenden Haushalten im Rahmen einer digitalen Auftaktveranstaltung durch Ringheims Bürgermeister Pascal Weber zugelost wurden.

Pascal Weber dazu: „Ich freue mich, dass wir eine von fünf Pilotgemeinden in Baden-Württemberg sind und dass die Bürgerinnen und Bürger der Kaiserbergstraße dabei mitmachen. Wir als Gemeinden in der südlichen Ortenau haben bereits vor 2 Jahren ein gemeinsames E-Mobilitätskonzept erarbeitet, welches umgesetzt werden kann und soll. Die Voraussetzung dafür ist aber natürlich ein stabiles, zukunftsweisendes Strom- und Ladenetz. Wir als Gemeinde Ringsheim haben mit der öffentlichen Ladestation am Rathaus bisher sehr positive Rückmeldungen und Erfahrungen erhalten. Und es geht schon weiter: Im Gewerbegebiet entstehen derzeit schon weitere Schnellladesäulen für die E-Autos.“

Neben den nun zur Verfügung gestellten E-Fahrzeugen, besitzen viele Häuser der Kaiserbergstraße bereits eine eigene Photovoltaikanlage. „Damit können wir vor Ort das Zusammenspiel von Stromeinspeisung aus erneuerbarer Energie, Stromnetz und Verbrauchern sehr gut untersuchen“, so Sven Zahorka. „Es wird spannend sein zu sehen, wie das Stromnetz auf die mittägliche Einspeisespitze der PV-Anlagen und die abendliche Ladespitze der E-Fahrzeuge reagiert“.

Ringsheim ist nach Ettenheim und Dossenheim der dritte von insgesamt fünf Projektstandorten in Baden-Württemberg im Rahmen des NETZlabors Intelligentes Heimladen. In den beiden vorherigen Standorten konnten erste Erfahrungen zum Ladeverhalten der Projektteilnehmer*innen gewonnen werden. Zudem wurde die Wirksamkeit der Ansteuerung über das intelligente Messsystem getestet und analysiert. Das Projekt in Ringsheim stellt nun den nächsten Schritt in der Entwicklung zukünftiger Steuerungsstandards dar.

Mit Projekten wie in Ringsheim und mit dem stetigen Ausbau der Netzinfrastruktur treibt die Netze BW die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität voran. Bis 2025 sind hierfür im Netzgebiet zusätzliche Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro geplant. Weitere Informationen finden Sie hier.

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