Elektromobilität
Bidirektionales Laden – Ihr E-Auto als mobiler Stromspeicher
Was ist bidirektionales Laden?
Ein Elektroauto steht im Schnitt rund 90 Prozent der Zeit ungenutzt. Mit bidirektionalem Laden wird Ihr Fahrzeug zum mobilen Stromspeicher, der Energie nicht nur aufnimmt, sondern bei Bedarf auch wieder abgibt – für Ihr Zuhause oder das öffentliche Stromnetz. Als Netzbetreiber begleiten wir die technische Anmeldeseite.
Lohnt sich bidirektionales Laden für mich?
Bidirektionales Laden kann vor allem dann lohnen, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte auf Sie zutreffen:
- Sie haben oder planen eine Photovoltaikanlage – V2H ermöglicht es, selbst erzeugten Solarstrom zwischenzuspeichern und abends zu verbrauchen, statt ihn günstig ins Netz einzuspeisen.
- Sie fahren ein kompatibles Fahrzeug – eine Vielzahl von Modellen unterschiedlicher Hersteller unterstützt bereits bidirektionales Laden. Fragen Sie direkt bei Ihrem Fahrzeughersteller nach.
- Sie möchten eine Notstromversorgung für Ihr Zuhause – V2H kann im Stromausfall als Puffer dienen.
Hinweis: Welches wirtschaftliche Optimierungspotenzial für Sie besteht, klären Sie am besten mit einem Direktvermarkter, Energieberater oder Ihrem Stromlieferanten. Für V2G (Einspeisung ins öffentliche Netz) empfehlen wir, sich mit Ihrem Stromlieferanten über kompatible Tarife abzustimmen. Als Netzbetreiber begleiten wir die technische Seite der Anmeldung - die wirtschaftliche Entscheidung liegt bei Ihnen und Ihrem Lieferanten.
Technische Anforderungen für bidirektionales Laden
Für die Installation einer bidirektionalen Ladeeinrichtung gilt die Einhaltung und Umsetzung des Technischen Hinweises zum Bidirektionalen Laden des VDE|FNN.
Bidirektionales Laden aus Netzsicht (VDE-Website)
Wir benötigen von Ihnen bzw. Ihrem Elektroinstallateur ein Zertifikat des Herstellers, das bestätigt, dass die VDE|FNN-Anforderungen eingehalten werden.
Bei der AC-Rückspeisung gibt es verschiedene Lösungsansätze, da sowohl die stationäre Ladeeinrichtung als auch das Fahrzeug die Anforderungen der Technischen Anschlussregeln (TAR) erfüllen müssen. Diskutiert werden Konzepte von einer reinen Zertifizierung der Ladeeinrichtung als Netz- und Anlagenschutz bis hin zur Umsetzung der Anforderungen im Fahrzeug. Die verschiedenen Lösungsansätze müssen zwingend zusammen zertifiziert sein.
Bei der DC-Rückspeisung liegen alle Anforderungen der Technischen Anschlussregeln (TAR) auf der Seite der bidirektionalen Ladeeinrichtung (Wallbox). Die Situation ist vergleichbar mit einem PV- oder stationären Batteriewechselrichter. Die Ladeeinrichtung muss gemäß TAR eine Einheitenzertifizierung erhalten, orientiert an der Praxis für PV-Anlagen oder Speicher.
Die Erweiterung bzw. Ertüchtigung Ihrer Zähleranlage bzw. Ihres Zählerschranks kann durch den Zubau einer bidirektionalen Ladeeinrichtung erforderlich sein. Beurteilen und ausführen kann dies nur eine eingetragene Elektrofachkraft.
Es gelten die Standardmesskonzepte analog zu elektrischen Energiespeichern. Aktuell ist aus regulatorischer Sicht das Messkonzept V2H umsetzbar. Beraten Sie sich mit Ihrer Elektrofachkraft.
Anmeldung einer bidirektionalen Ladeeinrichtung
Die Anmeldung einer bidirektionalen Ladeeinrichtung erfolgt über den standardisierten Anmeldeprozess in unserem Kundenportal – durchgeführt durch eine eingetragene Elektrofachkraft.
Bitte beachten Sie: Bei einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW handelt es sich um eine § 14a EnWG-Anlage, für die eine Teilnahmepflicht und Steuerbarkeit besteht.
Häufig gestellte Fragen zum bidirektionalen Laden
Ob Ihr Fahrzeug bidirektionales Laden unterstützt, erfahren Sie am besten direkt bei Ihrem Fahrzeughersteller. Als Netzbetreiber sind wir aufgrund unserer regulierten rechtlichen Rolle nicht berechtigt, Empfehlungen zu einzelnen Fahrzeugmodellen auszusprechen.
Für bidirektionale Ladeeinrichtungen gelten die technischen Hinweise der VDE|FNN. Es wird zwischen AC- und DC-Rückspeisung unterschieden. Beide Varianten erfordern eine Herstellerzertifizierung. Außerdem kann eine Ertüchtigung der Zähleranlage erforderlich sein – beurteilen kann das nur eine eingetragene Elektrofachkraft. Alle Details finden Sie in den technischen Anforderungen weiter oben auf dieser Seite.
Bidirektionale Ladeeinrichtungen kommunizieren mit dem Fahrzeug über den Standard ISO 15118 (Plug & Charge). Dieser Standard regelt den automatisierten, verschlüsselten Datenaustausch zwischen Fahrzeug und Wallbox – Voraussetzung für eine sichere und eichrechtskonforme Rückspeisung. Sowohl die Wallbox als auch das Fahrzeug müssen ISO 15118 unterstützen. Prüfen Sie dies vor dem Kauf beim jeweiligen Hersteller.
Die Anmeldung erfolgt wie bei einer regulären Wallbox über unser Kundenportal – durch eine eingetragene Elektrofachkraft. Zusätzlich wird ein Herstellerzertifikat benötigt, das die Einhaltung der VDE|FNN-Anforderungen bestätigt. Bei einer Leistung über 4,2 kW gilt die Anlage als § 14a EnWG-Anlage.