26. Februar 2026
Netze BW demontiert historische Freileitung an der Nagoldtalsperre
Investition in moderne Netzinfrastruktur - Erdverkabelung ersetzt Freileitung
Über Jahrzehnte hinweg war sie ein markantes Wahrzeichen und prägte das Landschaftsbild an der Nagoldtalsperre: Die imposante, 800 Meter lange Freileitung zwischen der Erzgrube und der Schernbacher Sägmühle, errichtet im Jahr 1965. Nun wurde dieses Stück Geschichte am 24. Februar in einem außergewöhnlichen und sorgfältig geplanten Einsatz innerhalb eines Tages abschnittsweise zurückgebaut.
Die Freileitung wird nicht mehr benötigt, da sie in den vergangenen Jahren schrittweise durch moderne, leistungsfähige Erdkabel ersetzt wurde. Grundlage dafür waren umfangreiche Investitionen von Netze BW in und um Seewald: In den vergangenen fünf Jahren flossen rund fünf Millionen Euro in die gezielte Modernisierung der Netzinfrastruktur. Dabei wurden zahlreiche Mittelspannungserdkabel im Zuge des Breitbandausbaus verlegt, wodurch wertvolle Synergien genutzt werden konnten, sowie neue Umspannstationen gebaut. Mit diesen Maßnahmen reagiert das Unternehmen gezielt auf den gestiegenen Leistungsbedarf, der sich u.a. durch Ladestationen für E-Autos und Wärmepumpen ergibt.
„Der Rückbau von Freileitungen ist in der Tat keine alltägliche Routineaufgabe, sondern ein komplexes technisches Unterfangen, das weit über den bloßen "Abriss" hinausgeht“, erklärt Andreas Mutschler, Projektierer Infrastruktur Netzregion Nordschwarzwald-Gäu von Netze BW die Herausforderung. „Da Freileitungen für die Energieübertragung in luftiger Höhe genutzt werden und aus massiven Stahlgittermasten, robusten Isolatoren und tonnenschweren Leiterseilen bestehen, ist für ihre Demontage ein hohes Maß an fachlicher Planung und präziser Ausführung nötig.“
Eine weitere Besonderheit: Die Freileitung wurde nach Abstimmung mit dem Landratsamt Freudenstadt kontrolliert in den See gelassen und über eine sogenannte Winde aus dem Wasser gezogen. Dabei handelt es sich um eine mechanische Vorrichtung wie eine Trommel, auf der ein Seil aufgewickelt wird.
Im weiteren Rückbau-Verlauf werden sämtliche Leiterseile entlang der gesamten Trasse zwischen den jeweiligen Masten sorgfältig entfernt – die Länge beträgt insgesamt 2.650 Meter. Die Demontage der imposanten Masten ist für die Sommer- und Herbstmonate 2026 vorgesehen – dabei steht der Schutz von Natur und Umwelt, insbesondere die Rücksichtnahme auf die Lebensphasen von Tieren und Pflanzen, stets im Vordergrund.
Insgesamt sind beim Rückbau 19 Masten betroffen, darunter zehn robuste Betonmasten und neun markante Gittermasten – einige davon ragen stolze 50 Meter in die Höhe.
Über die Netze BW GmbH
Die Netze BW GmbH steht für eine sichere Versorgung in Baden-Württemberg und kundennahen Netzservice. Sie ist das größte Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg und eine Tochtergesellschaft der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Als Verteilnetzbetreiber betreibt die Netze BW insgesamt knapp 100.000 Kilometer lange Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze für 2,37 Millionen Netzkund*innen im Land sowie das Gasverteilnetz für rund 240.000 Netzkund*innen. Außerdem erbringt und vertreibt die Sparte Dienstleistungen netznahe und kommunale Dienstleistungen für Kommunen und Stadtwerke. Das Unternehmen hat an rund 90 Standorten in Baden-Württemberg mehr als 5.800 Mitarbeitende sowie 800 Auszubildende und Studierende.
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