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Klimaschutz bei der Netze BW GmbH

Carbon Neutrality verifiziert nach ISO 14068-1 – geprüft durch GUTcert

Wir übernehmen Verantwortung für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft – deshalb steht Klimaschutz seit Jahren auf unserer Agenda. Unser Grundsatz: Emissionen so weit wie möglich vermeiden und vermindern und noch nicht vermiedene Restemissionen über Kompensationsprojekte ausgleichen. Wie wir das im Detail tun, zeigen wir transparent auf dieser Seite und in unserem Treibhausgasbericht.

Die Folgen des Klimawandels für Mensch und Umwelt sind spürbar

Klimaschutz gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit und stellt die Menschheit vor große Aufgaben

Weltweit haben Staaten und Regionen ambitionierte Klimaschutzziele — erreichbar sind sie nur, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft daran arbeiten.

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio De Janeiro, die als Meilenstein für die Integration von Umweltbestrebungen gilt, wurden die Ziele und Bestrebungen zu Klimafragen der internationalen Gemeinschaft stetig verschärft. Mit dem Paris-Abkommen von 2015 einigten sich 195 Vertragsparteien darauf, alle Maßnahmen zu ergreifen, um den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius, vorzugsweise 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

  • Deutschland will bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein.

  • Baden-Württemberg strebt bis zum Jahr 2040 die Klimaneutralität an.
    Gemeinden, Städten und Landkreisen kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Im „Klimaschutzpakt Baden-Württemberg“ haben sich Landesregierung und kommunale Landesverbände schon im Jahr 2015 zu den Zielen des Klimaschutzgesetzes und zu ihrer Rolle als Vorbilder beim Klimaschutz bekannt.

  • Auch für Unternehmen und unsere Netzkundinnen und Netzkunden steht Klimaschutz ganz oben auf der Agenda.

Porträt von Dr. Jörg Reichert - Vorsitzender der Geschäftsführung der Netze BW GmbH.

Dr. Jörg Reichert

Vorsitzender der Geschäftsführung

„Klimaschutz bedeutet für uns, Verantwortung zu übernehmen — heute und in Zukunft. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Emissionen zu reduzieren und verbleibende Restemissionen nach anerkannten Standards auszugleichen. Nachhaltiges Handeln ist für uns kein kurzfristiger Trend, sondern ein fester Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. So möchten wir unseren Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten.“

Auch für das Berichtsjahr 2025 wurde unsere Carbon Neutrality nach ISO 14068-1 durch GUTcert bestätigt

Seit dem Berichtsjahr 2023 ist die Netze BW GmbH nach ISO 14068-1 als carbon neutral verifiziert, zuletzt für das Berichtsjahr 2025. In Höhe der verbleibenden Treibhausgasemissionen beschaffen wir Gold-Standard-Kompensationszertifikate entsprechend den Anforderungen der ISO 14068-1. Gegenüber dem Basisjahr 2023 konnten die Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2025 um 1.777 t CO₂e beziehungsweise rund 8 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig stiegen die Scope-3-Emissionen insbesondere aufgrund des Ausbaus und der Transformation der Energieinfrastruktur an. Den Weg der Klimaneutralität beschreitet die Netze BW GmbH konsequent und entwickelt sich fortlaufend weiter. Die Zertifizierung nach ISO 14068-1 war dabei ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Unser CO₂-Fußabdruck umfasst dabei nicht nur die Emissionen aus Scope 1 (direkte Emissionen) und Scope 2 (indirekte Emissionen aus Energiebezug), sondern auch die wesentlichen Emissionen aus Scope 3 (indirekte Emissionen aus vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten), die entsprechend den Anforderungen der ISO 14068-1 und unter Berücksichtigung ihrer Wesentlichkeit bilanziert werden.

Klimaschutz mit Anspruch auf mehr

Das Ziel der Klimaneutralität hat die Netze BW GmbH 2021 erstmalig nach einem Kriterienkatalog der GUTcert erreicht. Dieser beinhaltete eine Emissionsbilanz gemäß dem Greenhouse Gas Protocol, die Durchführung von Reduktionsmaßnahmen und die Kompensation der verbliebenen Emissionen nach Gold Standard. Seit 2023 sind wir nach den strengen Anforderungen der ISO-Norm 14068-1 (Climate Change Management – Transition to net zero – Part 1: Carbon neutrality) klimaneutral verifiziert. Doch noch lange ist kein Ende in Sicht.
Die Klimaschutzziele des Bundes (2045) und des Landes Baden-Württemberg (2040) sind für uns zugleich Anspruch und Ansporn. Wir kommen unserer Mehrfach-Verantwortung in Sachen Klimaschutz nach.

Als Unternehmen

Im Rahmen der ISO-14068-1-Zertifizierung haben wir Maßnahmen entwickelt, um unseren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Unser Grundsatz ist es, Treibhausgasemissionen vorrangig zu vermeiden und zu reduzieren. Verbleibende Restemissionen werden im Einklang mit den Anforderungen der ISO 14068-1 ausgeglichen.

Als Netzbetreiber

Wir schaffen die Infrastruktur, die eine zunehmend klimaneutrale Energieversorgung sowie die Wärme- und Verkehrswende ermöglicht, und betreiben sie sicher.

Als Dienstleister

Wir entwickeln Produkte und Dienstleistungen, um unsere Kommunen, Stadtwerke und Industriekunden bei der Erreichung ihrer Klimaziele zu unterstützen.

Unsere Maßnahmen zur Erreichung von Netto-Null in Scope 1 und Scope 2 bis 2035

Die Netze BW GmbH ist bereits heute für ihre bilanzierten Treibhausgasemissionen als carbon neutral nach ISO 14068-1 und unter Einsatz von Kompensationsmaßnahmen verifiziert. Das langfristige Ziel besteht darin, die Emissionen insbesondere in Scope 1 und Scope 2 weiter zu reduzieren und bis 2035 ein Netto-Null-Niveau zu erreichen, bei dem nur noch verbleibende Residualemissionen durch dauerhafte Kohlendioxidentnahme neutralisiert werden.
Die Netze BW GmbH hat sich im Rahmen der Umsetzung der Carbon Neutrality nach ISO 14068-1 das Ziel gesetzt, in den Scopes 1 und 2 bis 2035 Netto-Null zu erreichen. 2025 betrugen diese Emissionen 18.630 t CO₂e in Scope 1 und 305 t CO₂e in Scope 2. Die größten verbleibenden Emissionsquellen sind dabei mobile Verbrennung, Methanemissionen aus dem Gasnetz und SF₆-Emissionen aus elektrischen Anlagen, an denen die folgenden Reduktionsmaßnahmen ansetzen.

1. Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte

Mit rund 6.000 t CO₂e stellen mobile Verbrennungsprozesse einen der größten Einzelbeiträge im Scope 1 dar. Die Fahrzeugflotte der Netze BW wird sukzessive elektrifiziert. Bis 2028 sollen gegenüber 2024 365 weitere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden.
Bis 2035 wird ein erheblicher Teil der leichten Nutzfahrzeuge elektrifiziert sein. Bei Lkw und Sonderfahrzeugen wird die Umstellung aufgrund von Anforderungen an Reichweite, Nutzlast und Spezialanwendungen länger dauern und teilweise über Übergangslösungen erfolgen.

2. Reduktion der Methanemissionen im Gasverteilnetz

Bis 2028 sollen die beeinflussbaren Methanemissionen gegenüber 2023 um 10 Prozent reduziert werden. Dazu werden mobile Verdichter eingesetzt, die bei Reparaturmaßnahmen Gas absaugen und ins Netz zurückführen, anstatt es in die Atmosphäre auszublasen.
Zusätzlich wird die Gasrohrnetzüberwachung durch moderne Messtechnik intensiviert, um Leckagen früher zu erkennen und schneller zu beheben.

3. Minimierung von SF₆-Emissionen

Zur Reduktion der SF₆-Emissionen aus Umspannwerken und Schaltanlagen verfolgen wir eine langfristige Erneuerungsstrategie entsprechend den Vorgaben der EU-F-Gas-Verordnung (EU) 2024/573. Dabei werden bei Neubauten und Erneuerungen von Anlagen SF₆-freie Technologien eingesetzt, soweit dies nach den jeweils geltenden regulatorischen Anforderungen vorgesehen ist.

Bei bestehenden Anlagen werden Leckagen durch vorbeugende Instandhaltung und weitreichende Qualifizierung des Personals minimiert. Die sukzessive Erneuerung älterer Anlagentechnik reduziert die SF₆-Verluste zusätzlich.

4. Residualemissionen und Neutralisation

Trotz der Reduktionsmaßnahmen werden 2035 voraussichtlich Restemissionen von 8.000–9.000 t CO₂e verbleiben. Diese entstehen insbesondere durch technisch zu diesem Zeitpunkt noch unvermeidbare Methan- und SF₆-Emissionen sowie den noch nicht vollständig elektrifizierten Teil spezialisierter Nutz- und Sonderfahrzeuge.
Bis 2035 wollen wir unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen gegenüber 2023 um rund 60 Prozent reduzieren. Die nach aktueller Planung verbleibenden Emissionen sollen durch Maßnahmen zur dauerhaften Kohlendioxidentnahme neutralisiert werden. Die Zielsetzung, Reduktionsstrategie und geplante Maßnahmen zur Erreichung von Netto-Null wurden im Rahmen der Verifizierung der Carbon Neutrality nach ISO 14068-1 durch GUTcert bewertet.

Unser CO₂-Fußabdruck 2025

Treibhausgasemissionen vermeiden, vermindern, kompensieren – geprüft nach ISO 14068-1

Um unseren CO₂-Fußabdruck zu ermitteln, nehmen wir sämtliche Geschäftstätigkeiten und die durch sie verursachten Treibhausgasemissionen unter die Lupe — dabei gehen wir nach der ISO 14064-1 vor, einem international anerkannten Standard. Neben CO₂ betrachten wir noch sechs weitere Treibhausgase. Diese werden für die Bilanz in CO₂-Äquivalente umgerechnet, einer Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung verschiedener Treibhausgase.

Umfang unseres CO₂-Fußabdrucks

  • Treibhausgase, die wir selbst im Rahmen unserer Arbeit emittieren, zum Beispiel die Emissionen unserer Fahrzeuge (Scope 1)
  • Emissionen, die bei der Erzeugung der von uns verbrauchten Elektrizität und Wärme entstehen (Scope 2)
  • sowie vor- und nachgelagerte indirekte Emissionen (Scope 3)

Die 2025 noch verbleibenden Emissionen in Höhe von 232.099 t CO₂e haben wir durch Gold Standard Kompensationszertifikate entsprechend den Anforderungen der ISO 14068-1-Norm (Climate change management — Transition to net zero - Part 1: Carbon neutrality) ausgeglichen. Die Bilanz umfasst die Netze BW GmbH einschließlich der einbezogenen Gesellschaften Netze BW Wasser GmbH und Netze Regional GmbH. Den detaillierten Fußabdruck und Informationen zur Vermeidung, Verringerung und Kompensation der Emissionen finden Sie im Treibhausgasbericht 2025. Der Fußabdruck und die Kompensation der Emissionen wurden durch die renommierte Zertifizierungsgesellschaft GUTcert bestätigt.

Vermeidung und Reduktion von CO₂-Emissionen

Wir haben unsere direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Emissionen sukzessive reduziert. Dabei haben wir kontinuierlich unsere Prozesse verbessert. Wir haben unseren bilanziellen Strombezug auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt und Erdgas bilanziell durch Biomethan ersetzt. Die Zuordnung erfolgt über entsprechende Herkunfts- beziehungsweise Biomethan-Nachweise. Außerdem haben wir unsere Rohrleckagen Jahr für Jahr reduziert und den Fuhrpark sukzessive auf Elektrofahrzeuge umgestellt, wo dies betrieblich möglich war. Unsere Gebäude werden fortlaufend energetisch nachgerüstet und optimiert. Auch im Kleinen prüfen wir kontinuierlich, wie wir Emissionen und Ressourcenverbrauch bei Beschaffung und Betrieb weiter senken können. Den größten Teil unseres Energiebezugs nimmt — wie bei allen Stromnetzbetreibern — die sogenannte Verlustenergie ein. Das Ziel der Netze BW ist es, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen fortlaufend zu verringern und Strategien zur langfristigen Reduktion der Scope-3-Emissionen zu entwickeln.

Was ist Verlustenergie?

Verlustenergie entsteht durch physikalisch unvermeidbare Energieverluste bei der Übertragung, Umspannung und Verteilung von Strom im Netz. Die entstehenden Energieverluste müssen durch den Netzbetreiber ausgeglichen werden. Für die zum Ausgleich der Verlustenergie benötigten Energiemengen beschaffen wir Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien und entziehen diese dauerhaft dem Markt. Aufgrund der derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen ist ein direkter Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien für Verlustenergie derzeit nicht möglich.

Rechtliche Hürden für Verteilnetzbetreiber

Nationales Energierecht blockiert Klimaschutzziele im Stromnetzbetrieb

Gemeinsames Positionspapier: Netzbetreiber wollen Strom aus erneuerbaren Energien für Verlustenergie einsetzen

Die Netzbetreiber Netze BW GmbH, E.ON SE, 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH, TenneT TSO GmbH und TransnetBW GmbH setzen sich für einen Zugang zum Herkunftsnachweisregister ein. Damit könnten die für den Ausgleich der Netzverluste benötigten Energiemengen nachvollziehbar erneuerbaren Energien zugeordnet werden.

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