Einspeiser

Netzsicherheitsmanagement

Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet voran und trägt dazu bei, dass die Stromerzeugung in Deutschland immer klimafreundlicher wird. Bei Einspeisung aus erneuerbaren Energien wird das Stromnetz jedoch ständigen Schwankungen ausgesetzt – mal wird mehr Strom produziert, mal weniger. Da die Speicher-Technologien noch nicht ausgereift sind, wird zu Spitzenzeiten zudem mehr Strom in das Netz eingespeist als verbraucht werden kann. Insbesondere an Standorten mit zahlreichen dezentralen Erzeugungsanlagen sind die Netzkapazitäten mittlerweile ausgeschöpft.

Um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden und es stabil zu halten, werden Erzeugungsanlagen in das Netzsicherheitsmanagement des Netzbetreibers aufgenommen. Was das für Sie bedeutet, erfahren Sie hier.

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Netzsicherheitsmanagement nach § 9 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)

Das Netzsicherheitsmanagement umfasst alle Regelungen von Kraftwerken durch den Netzbetreiber, also zum Beispiel bei Netzengpässen. Dazu gehört auch die Steuerung von dezentralen Erzeugungsanlagen, die man Einspeisemanagement nennt. Die Einbindung der Erzeugungsanlagen in das Netzsicherheitsmanagement ist im EEG verankert.

Als Einspeisemanagement bezeichnet man eine vorübergehende Einschränkung der Einspeiseleistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen sowie Anlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) in das Stromnetz. Die Einspeiseleistung einzelner Anlagen wird vom Netzbetreiber ferngesteuert und bei Bedarf vorübergehend reduziert oder unterbrochen.

Die Erzeugungsanlagen unterteilt man in drei Leistungsgruppen:

  • über 100 kW,
  • von 30 bis 100 kW und
  • unter 30 kW.

Nach § 9 EEG müssen sich alle Anlagen mit einer Leistung von über 100 kW am Netzsicherheitsmanagement beteiligen. Photovoltaikanlagen müssen unabhängig der installierten Leistung am Einspeisemanagement teilnehmen. Jedoch können Photovoltaikanlagen bis einschließlich 30 kW alternativ ihre Einspeiseleistung dauerhaft auf 70 % der Erzeugungsleistung einschränken.

Anlagen, die sich am Netzsicherheitsmanagement beteiligen müssen, sind mit einer technischen Einrichtung zur Fernsteuerung der Einspeiseleistung auszustatten. Die Kosten hierfür trägt der Anlagenbetreiber. Kommt der Anlagenbetreiber der Ausstattungspflicht nicht nach, wird die Förderung bis zur Beseitigung des Verstoßes auf den Monatsmarktwert bzw. bei Anlagen mit Inbetriebnahme vor 31.07.2014 auf Null reduziert.

Für die Steuerung von Anlagen bis zu 1 MW installierter Leistung wird im Netz der Netze BW GmbH ein Funkrundsteuerempfänger bzw. ein Grid-Modul benötigt. Diese Geräte ermöglichen es, die Einspeiseleistung der Erzeugungsanlagen zu regeln. Die Netze BW GmbH hat auf Grundlage von § 10 Abs. 2 EEG technische Mindestanforderungen zur einheitlichen Umsetzung des Netzsicherheitsmanagements festgelegt. Diese Regelungen stellen wir Ihnen hier als Download zur Verfügung.

Zusätzlich müssen Anlagen mit einer Anlagenleistung größer 100 kW mit einer fernauslesbaren Lastgangmessung ausgestattet werden. So kann die Ist-Leistung zu jeder Zeit abgerufen und ein effektives Einspeisemanagement gewährleistet werden. Den Einbau beauftragen Sie bitte über einen eingetragenen Elektroinstallateur.

Haben Sie weitere Fragen?

Antworten zu den häufigsten Fragen finden Sie in unserem FAQ-Bereich.

Weiterführende Informationen

Bitte beachten Sie: Die auf unseren Seiten zur Verfügung gestellten Informationen zum Netzsicherheitsmanagement sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, stellen aber keine rechtsverbindliche Aussage dar. Maßgeblich bezüglich der notwendigen technischen Ausstattung gemäß § 9 EEG sind:

  • die gesetzlichen Vorschriften,
  • einschlägige gerichtliche Urteile,
  • ggf. die Entscheidungen der Clearingstelle zu diesem Themenkomplex sowie
  • die technischen Mindestanforderungen des Netzbetreibers.