08. November 2022

Netze BW erneuert und verstärkt Stromnetz in Nehren

Neue Erdkabel ersetzen Freileitung

Nehren. Die Netze BW GmbH investiert rund eine Viertelmillion Euro in eine moderne und starke Netzinfrastruktur in Nehren und verlegt neue Stromkabel im Westen der Kommune. Mit dieser Modernisierung wird das Stromnetz für die Bedarfe der Zukunft gerüstet. Das dient der Versorgungssicherheit vor Ort und in der Region.

Die Baumaßnahme beginnt am Montag, 14. November. Dabei erfolgen die Kabelverlegearbeiten überwiegend im offenen Graben entlang von Feldwegen zwischen dem Umspannwerk Nehren und der Umspannstation ‚Leimgrube‘ am Ortsrand. Diese wird im Rahmen der Maßnahme komplett durch eine moderne Kompaktstation ersetzt. Im Bereich des Steilhanges der Rappenberghalde wird zur Überwindung des Hanggefälles auch das Spülbohrverfahren eingesetzt. Das spart Zeit und schont die Landschaft. Um neue Aufgrabungen zu vermeiden, werden mit den neuen Erdkabeln auch gleich Leerrohre für eine spätere Nutzung mit in den Graben gelegt. Nur ein kleiner Teil der Trasse verläuft innerorts. Betroffen sind etwa 60 Meter in der Roßbergstraße. Diese muss während der Bauarbeiten halbseitig gesperrt werden. Die Netze BW GmbH bittet die Anwohner*innen der Roßbergstraße und auch alle Nutzer*innen der betroffenen Feldwege um Verständnis für die Beeinträchtigungen.

Wenn alles planmäßig verläuft, kann dieser Teil der Stromnetzerneuerung Ende Januar 2023 abgeschlossen werden. Danach wird die Freileitung zwischen dem Umspannwerk Nehren und dem Freileitungsendmast hinter der Roßbergstraße demontiert.

Alle mit den Bauausführungen verbunden Auflagen werden erfüllt. Dabei arbeitet der Netzbetreiber sehr gut und konstruktiv mit dem Landratsamt Tübingen und der Gemeinde Nehren zusammen. Das Ende der Gesamtmaßnahme ist für Ende Februar vorgesehen.

__Information zum Spülbohrverfahren __

Mit einem kleinen Bohrkopf (Durchmesser zirka 15 Zentimeter) wird zuerst ein Pilotloch auf der einen Seite der zu unterquerenden Fläche gebohrt. Dieser ist mit Sensoren versehen und gräbt sich ferngesteuert auf der Strecke, auf der später die Stromkabel verlaufen sollen, durch den Boden. Mit Hilfe eines elektromagnetischen Ortungssystems überprüft der Bohrmeister Richtung und Tiefe des Verlaufs. Das beim Bohren gelöste Erdreich wird per Wasserdruck herausgespült. Dem Wasser ist umweltverträgliches Bentonit, ein feines mineralisches Lehmpulver, beigemischt. Dadurch dient es gleichzeitig als so genannte Stützflüssigkeit, welche die Wände des Bohrkanals stabilisiert. Am Zielpunkt angekommen, wird der Bohrkopf durch einen größeren Aufweitkopf ausgetauscht. Mit ihm wird die Bohrung im Rückwärtsgang erweitert. Falls nötig wird dieser Vorgang mit immer größeren Aufweitköpfen so oft wiederholt, bis der Bohrkanal das erforderliche Maß erreicht hat. Mit dem letzten Durchgang werden Leerrohre aus Kunststoff eingezogen, durch die abschließend die neuen Erdkabel durchgeführt werden.

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