02. März 2026
Netze BW fördert Lebensräume unter Stromleitungen
Ökologisches Trassenmanagement bringt Versorgungssicherheit und Artenschutz zusammen
Grünwettersbach. Unter Hochspannungsleitungen entstehen oft unbeachtete Freiräume. In Grünwettersbach zeigen Netze BW und TransnetBW, wie Ökologisches Trassenmanagement (ÖTM) Stromtrassen zu wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen gestaltet und zugleich die sichere Stromversorgung gewährleistet.
Was ist Ökologisches Trassenmanagement?
Das Ökologische Trassenmanagement (ÖTM) ist ein nachhaltiger Ansatz zur Pflege von Hochspannungstrassen und trägt durch regelmäßigen Rückschnitt zur Betriebssicherheit bei. Statt großflächiger Eingriffe setzt ÖTM auf eine differenzierte, standortangepasste Pflege. Obwohl nicht gesetzlich vorgeschrieben und zunächst personal- sowie kostenintensiver, leistet ÖTM einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz und reduziert durch stabile Vegetationsstrukturen langfristig Pflegeaufwand.
Nachhaltigkeit als Teil der Netzinfrastruktur
Netze BW hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 mindestens 90 % der geeigneten Hochspannungstrassen in Baden-Württemberg ökologisch zu pflegen – ein Beitrag zur Biodiversität, Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz. „Ökologisches Trassenmanagement verändert den Umgang mit Leitungstrassen: Aus technischen Korridoren werden wieder Lebensräume. Gemeinsam mit regionalen Fachbetrieben sichern wir die Stromversorgung und fördern Lebensräume für Pflanzen und Tiere“, sagt Gero Mey, Manager operative Nachhaltigkeit und Ökologie bei Netze BW.
Der sichere Betrieb der Leitungsanlagen hat oberste Priorität. Ökologisches Trassenmanagement verbindet Nachhaltigkeit mit hohen Sicherheitsanforderungen und mindert Auswirkungen von Leitungstrassen auf Natur und Landschaft.
Wie wird ÖTM umgesetzt?
Statt flächiger Eingriffe verfolgt das Ökologische Trassenmanagement einen differenzierten Ansatz: Schnell wachsende Gehölze im Sicherheitsbereich werden entfernt, standortgerechte, langsam oder niedrig wachsende Vegetation bleibt erhalten. Ergänzend entstehen Totholzstrukturen als Lebensraum für Tiere. Ziel ist die langfristige Entwicklung der Trassenflächen zu einem vielfältigen Strukturmosaik, unterstützt durch gezielte Förderung von Offenlandbereichen und ein kontinuierliches Monitoring. Netze BW und TransnetBW stimmen die Maßnahmen eng mit Kommunen, Flächeneigentümern und Naturschutzverbänden ab.
Was verändert sich ab sofort in Grünwettersbach?
Ab dieser Saison beginnen entlang der Gemeinschaftsstraße bei Grünwettersbach Pflegemaßnahmen nach den Grundsätzen des Ökologischen Trassenmanagements. Entfernt oder eingekürzt wird gezielt kritische Einwuchs-Vegetation bei Unterschreiten des Mindestabstands zu den Leiterseilen von drei Metern. Frühzeitig entnommen werden schnell wachsende Baumarten wie Zitterpappel, Weide, Birke oder Faulbaum, während langsam wachsende Arten wie Traubeneiche, Rotbuche, Hainbuche, Esskastanie oder Bergahorn sowie niedrigwüchsige Sträucher (z. B. Holunder, Hartriegel, Schneeball, Ginster) erhalten bleiben. Wo möglich, wird Einkürzen dem Fällen vorgezogen und die Vegetation durch regelmäßige Pflege zu vielfältigen Lebensraumstrukturen weiterentwickelt.
Die Maßnahme in Grünwettersbach umfasst rund 50.000 Quadratmeter. Ein ausgewiesener Downhill-Trail des MTB-Club Karlsruhe e.V. durchquert die Fläche und wird in Abstimmung mit dem Verein so berücksichtigt, dass Pflege und Erhalt unterstützt werden. Nicht relevante Teilbereiche wie die Christbaumkultur oder reine Brombeerflächen bleiben von der Maßnahme unberührt.
Weitere Informationen über die Klimastrategie und die Nachhaltigkeitsziele von Netze BW finden Sie hier: Ökologische Trassenpflege in BW | Netze BW Projekt
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