10. September 2026
Angriffe, Extremwetter, Energiewende: Warum stabile Stromnetze wichtiger werden denn je
Netze BW investiert in Resilienz, Netzsteuerung und Infrastruktur, damit die Stromversorgung in Baden-Württemberg auch in Krisensituationen zuverlässig gesichert bleibt.
Stuttgart. Angriffe auf Energieinfrastruktur, Extremwetterereignisse und der Umbau des Energiesystems erhöhen die Anforderungen an die Stromversorgung. Die jüngsten Vorfälle an Umspannwerken in Deutschland haben erneut gezeigt, wie wichtig robuste Netze, klare Notfallprozesse und eine schnelle Wiederversorgung im Störungsfall sind. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Netzleitstelle: Hier werden Störungen bewertet und Maßnahmen koordiniert, um die Stromversorgung möglichst schnell wiederherzustellen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Versorgungsqualität in Baden-Württemberg hoch: Im Jahr 2025 war die Stromversorgung im Durchschnitt rund 14 Minuten je Einwohnerin und Einwohner unterbrochen. Um dieses Niveau zu sichern, investiert die Netze BW in den Ausbau ihrer Netze, digitale Steuerungssysteme und den Schutz kritischer Infrastruktur.
„Versorgungssicherheit und Energiewende gehören untrennbar zusammen. Gleichzeitig rückt der Schutz kritischer Infrastruktur stärker in den Fokus. Leistungsfähige Netze, moderne Steuerungstechnik und schnelle Reaktionsfähigkeit werden immer wichtiger, um die Stromversorgung auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicherzustellen. Die aktuelle Sicherheitslage zeigt aber auch, dass Resilienz eine gemeinsame Aufgabe von Netzbetreibern, Sicherheitsbehörden und Politik ist. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, praxistaugliche Regeln und die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen in Sicherheit und Resilienz.“, sagt Dr. Selma Lossau, technische Geschäftsführerin der Netze BW.
Leitstellen steuern den Netzbetrieb rund um die Uhr
Die Leitstellen der Netze BW überwachen die Stromnetze rund um die Uhr und koordinieren bei Störungen die notwendigen Maßnahmen. Sie analysieren Ursachen, steuern Schalthandlungen und koordinieren Einsatzkräfte vor Ort.
Dank redundanter Systeme, klar definierter Prozesse und eingespielter Abläufe können betroffene Gebiete häufig innerhalb kurzer Zeit wieder versorgt werden. Durch den Umbau der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien kommt der Leitstelle auch eine vorausschauende, steuernde Wirkung zu. Schließlich werden von hier aus Einspeiseanlagen gesteuert, um das Netz stabil zu halten und Störungen zu vermeiden. Damit sind die Leitstellen ein zentraler Baustein für die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg.
Resilienz wird zur Voraussetzung für Versorgungssicherheit
Die mutmaßlichen Angriffe auf Umspannwerke und andere Energieanlagen in Deutschland haben die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur erneut ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Gerade in außergewöhnlichen Situationen kommt es auf robuste Netze, redundante Anlagen, eingespielte Notfallkonzepte und qualifizierte Teams an.
„Resilienz bedeutet, auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Deshalb investieren wir kontinuierlich in Technik, Prozesse und die Qualifizierung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entscheidend ist, auf unerwartete Ereignisse schnell und professionell reagieren zu können“, sagt Richard Huber, Leiter systemübergreifende Infrastruktur bei der Netze BW.
Mehr als 35 Milliarden Euro für die Netze der Zukunft
Um die Stromnetze auf die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte vorzubereiten, plant die Netze BW bis 2045 Investitionen von mehr als 35 Milliarden Euro. Geplant sind unter anderem der Ersatzneubau von 2.900 Kilometern Hochspannungsleitungen, 120 Kilometer neue Trassen sowie die Erweiterung von rund 90 Prozent der bestehenden Umspannwerke. Hinzu kommen zahlreiche Maßnahmen in den Mittel- und Niederspannungsnetzen.
Die Investitionen schaffen die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien, Wärmepumpen und Elektromobilität und stärken zugleich die Widerstandsfähigkeit der Netzinfrastruktur.
Über die Netze BW GmbH
Die Netze BW GmbH steht für eine sichere Versorgung in Baden-Württemberg und kundennahen Netzservice. Sie ist das größte Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg und eine Tochtergesellschaft der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Als Verteilnetzbetreiber betreibt die Netze BW insgesamt knapp 100.000 Kilometer lange Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze für 2,37 Millionen Netzkundinnen und Netzkunden im Land sowie das Gasverteilnetz für rund 104.000 Netzkundinnen und Netzkunden. Außerdem erbringt und vertreibt die Sparte Dienstleistungen netznahe und kommunale Dienstleistungen für Kommunen und Stadtwerke. Das Unternehmen hat an rund 90 Standorten in Baden-Württemberg mehr als 5.800 Mitarbeitende sowie 800 Auszubildende und Studierende.
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