22. Juni 2022

75 Tonnen Nachhaltigkeit

Zwei zusätzliche Transformatoren für das Umspannwerk der Netze BW in Neckarsulm – Einer davon ist der Erste seiner Art in Deutschland

Neckarsulm. Die Modernisierung des Umspannwerks Neckarsulm der Netze BW schreitet voran. Jetzt werden zwei neue Transformatoren installiert, welche die drei bereits vorhandenen Trafos ergänzen. Die beiden 75 Tonnen schweren Kolosse wer-den in der Nacht zum 22. Juni auf einem Tieflader angeliefert. Der Transport findet nachts statt, um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Ein Trafo kommt von der Firma SGB in Regensburg. Der andere wird aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb antransportiert. Und dieser Transformator der Firma Koncar hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich.

Premiere in Deutschland
Erstmalig setzt mit diesem Modell ein Verteilnetzbetreiber in Deutschland einen Hochspannungs-Transformator ein, dessen Isoliermittel zu hundert Prozent aus recyceltem Trafoöl besteht. „Neckarsulm ist unseres Wissens der Schauplatz einer bundesweiten Premiere in Sachen ressourcenschonender Energieversorgung“, freut sich Marius Wörner vom Bereich Entwicklung Strom- und Gasnetze der Netze BW, der gemeinsam mit Wolfgang Appel, dem Abfallbeauftragten der Netze BW, die Idee hatte, recyceltes Öl aus ausgedienten Trafos einzusetzen. Bis zu 20.000 Liter des Isoliermittels sind pro Gerät notwendig, um die bei dem Betrieb entstehende Wärme abzuführen. Rund 50 Jahre beträgt die durchschnittliche Lebensdauer eines Trans-formators. Der Neckarsulmer Trafo ist ein Standard-Aggregat, das im Werk in Zagreb gebaut und dort – befüllt mit dem Recycling-Öl – bereits auf Herz und Nieren geprüft wurde. Im Fokus standen dabei die Isoliereigenschaften und die Geräuschentwicklung. Alle Tests, die vor Ort von einem Netze BW-Mitarbeiter begleitet wurden, fielen positiv aus.

Recyceltes Isolieröl steht Mineralöl aus Erst-Raffination in nichts nach
Hergestellt wird das Öl, das in Neckarsulm zum Einsatz kommt, von dem norddeutschen Mineralölwerk Starke & Sohn, einem der führenden Unternehmen auf dem Gebiet des Öl-Recyclings in Europa. Mineralölbasierte Isolieröle aus dem mehrstufigen Re-Raffinationsprozess des Spezialisten sind denen aus Erst-Raffination gleichwertig und erfüllen alle Qualitätsstandards. Darüber hinaus verfügt das im schleswig-holsteinischen Niebüll produzierte Öl mit seiner hohen Oxidationsstabilität und einem niedrigen Schwefelgehalt über optimierte physikalische und chemische Eigenschaften, die unter anderem den Alterungsprozess positiv beeinflussen. „Unser High-Grade-Isolieröl stellt ökonomisch und ökologisch eine wertwolle Alternative im Sinne der Kreislaufwirtschaft dar“, so Dirk Flor, Geschäftsführer von Starke & Sohn.

Weiterer Schritt zum nachhaltigen Netzbetreiber
„Für die Netze BW hat die Versorgungssicherheit oberste Priorität. Gleichzeitig ist das Thema Nachhaltigkeit ein wesentlicher Bestandteil unseres Selbstverständnisses“, erklärt Dr. Martin Konermann, Technischer Geschäftsführer der Netze BW. Dass sich beide Aspekte gut miteinander vereinbaren lassen, wird nun im Umspannwerk Neckarsulm demonstriert. Das Engagement des Unternehmens für einen umweltgerechten Netzbetrieb dokumentieren auch schon verschiedene andere Maßnahmen und Projekte: So setzt die Netze BW beispielsweise bereits seit 2015 Bioöl-Trafos in Ortsnetzen ein. „Wir haben stets im Blick, wo wir uns noch optimieren können“, so Konermann. „Daher machen wir uns für den Einsatz umweltgerechterer Technik stark und wirken an deren Entwicklung mit.“ Finanziell macht der Recycling-Öl-Trafo im Vergleich mit einem herkömmlichen Trafo keinen wesentlichen Unterschied: Mit einem Betrag von über einer halben Million Euro halten sich die Kosten in etwa die Waage. 464 Hochspannungs-Transformatoren hat die Netze BW aktuell in ihren über 300 Umspannwerken im Einsatz. Wenn die Erfahrungen in Neckarsulm positiv ausfallen, steht dem künftigen Einsatz von Recycling-Öl-Trafos auch in weiteren Umspannwerken des Netzbetreibers nichts im Wege.

Arbeiten im Umspannwerk sollen bis Mitte 2024 komplett abgeschlossen sein
Seit dem vergangenen Jahr laufen die Arbeiten zur Erneuerung und Erweiterung des direkt am Kanal der Schleuse Kochendorf gelegenen Umspannwerks in der Dammstraße, das für die regionale Stromversorgung ein wichtiger Knotenpunkt ist. Bis Mitte 2024 soll alles abgeschlossen sein. Notwendig macht diese Maßnahme ein steigender Strombedarf insbesondere im gewerblich-industriellen Sektor. Die Netze BW investiert dafür rund 20 Millionen Euro – eine Investition in die Versorgungssicherheit nicht nur von Neckarsulm, sondern auch der umliegenden Kommunen.

Hintergrund-/Technische Informationen:

Eckdaten des Recycling-Öl-Transformators
Maße: 3,40 m breit, 6,80 m lang, 4,90 m hoch Gewicht: 75 t (inkl. Öl), davon Ölgewicht: 16 t Ölmenge: 18.400 Liter

Umspannwerke
Umspannwerke sind Verbindungspunkte zwischen den regionalen und den örtlichen Stromverteilnetzen. In Umspannwerken (UW), wie dem in Neckarsulm, wird Strom von Hoch- (110.000 Volt) auf Mittelspannung (20.000 Volt) transformiert. Das Hochspannungsnetz der Netze BW verbindet insgesamt 330 dieser UW; sie liegen fast ausschließlich in Baden-Württemberg. Die Mittelspannungsleitungen bilden das Rückgrat der lokalen Stromversorgung. In über 25.000 Umspannstationen im Versorgungsgebiet wird der Strom von 20.000 Volt für das Ortsnetz auf Niederspannung von 400 Volt transformiert. Von diesen Stationen führen die Leitungen schließlich zu den Anschlüssen in Haushalten und Betrieben.

Nachhaltigkeit bei der Netze BW
Mit der fortschreitenden Energiewende gewinnt der Aspekt der Nachhaltigkeit für Betreiber von Stromverteilnetzen erheblich an Bedeutung. So stellt sie die Dezentralisierung der Erzeugung vor ganz neue Herausforderungen. Die gilt es mit vorausschauender Planung, hohen Investitionen und der Entwicklung intelligenter technischer Lösungen zu begegnen. Mit über 150 Maßnahmen und Projekten – zu denen auch der neue Recycling-Öl-Trafo in Neckarsulm zählt – verankert die Netze BW Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren noch stärker in ihrem Unternehmen. Mit der Unterzeichnung der WIN!-Charta des Landes Baden-Württemberg im September 2020 bekennt sich die Netze BW zur ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung – und damit zu der Region, in der das Unternehmen wirtschaftet.

Weitere Informationen zu „Nachhaltigkeit bei der Netze BW“ und „Recycling-Öl“: https://www.netze-bw.de/unternehmen/nachhaltigkeit
https://www.starkeundsohn.de/

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