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05. Mai 2022

„Heiße Kiste“ 2.0

Feuerwehrleute wurden in der Bedienung der neuen Brandübungsanlage der Netze BW geschult

Biberach. Als die Netze BW im Jahr 2007 ihre erste mobile Brandübungsanlage in Betrieb nahm, ahnte selbst beim Netzbetreiber noch niemand, dass aus dem Trainingsangebot für Feuerwehren eine echte Erfolgsstory werden würde. Mittlerweile sind fünf solcher Übungs-Container in Baden-Württemberg und auch in Bayern im Einsatz. Einer davon steht im Biberacher Standort des Unternehmens.

Dort ist Jürgen Müller Regionalmanager bei der Netze BW und der Ansprechpartner für die Feuerwehren in der Region Oberschwaben. Er nennt eine beeindruckende Zahl: „Über 80.000 Einsatzkräfte haben in den vergangenen 15 Jahren die Brandbekämpfung unter Realbedingungen in unseren Anlagen geprobt.“ Trainingsszenarien, wie sie darin möglich sind und einem echten Einsatz sehr nah kommen, sind generell rar. Dabei sensibilisieren gerade solche „heißen“ Übungen die Rettungskräfte auch für Gefahren, die etwa beim Löschen von elektrischen Verteilanlagen und Umspannstationen entstehen können. Das war auch der Grund, weshalb der Netzbetreiber seinerzeit die Brandübungsanlage angeschafft hatte und den Feuerwehren seither zur Verfügung stellt.

In den Übungsanlagen, die etwa die Ausmaße eines Schiffscontainers haben, werden bei Temperaturen von 300 bis 600 Grad Celsius unterschiedliche Einsatzlagen simuliert: Vom Zimmer- und Treppenbrand über den Brand eines Verteilerkastens bis hin zum Gasanschlussbrand. Auch eine große Rauchgas-Durchzündung, der so genannte "Flash-Over", kann in der Anlage nachgestellt werden. Dabei können sich Atemschutzträger*innen mit gefährlichen Situationen bei Hitze, Dunkelheit und Enge vertraut machen. Begleitet werden die Trainingseinsätze durch speziell eingewiesene Feuerwehrleute, die vor Ort die Bedienung und Überwachung übernehmen.

Das Angebot wird seit Jahren gut angenommen. Die „heiße Kiste“ ist offensichtlich eine gute Ergänzung bei der Aus- und Weiterbildung der Einsatzkräfte. Die Übungscontainer waren aber im Laufe der Zeit an die Grenze ihrer Betriebszeit gekommen. Die Netze BW ersetzte diese nun durch eine neue Anlagen-Generation: „Die Digitalisierung hält überall Einzug, so auch in unseren Brandübungsanlagen. Die Sensorik, die Steuerungstechnik und das Bedienerfeld funktionieren jetzt digital. Dadurch lässt sich das gesamte System jetzt noch präziser steuern“, erklärt Jürgen Müller.

Rund 50 Feuerwehrleute aus fünf Landkreisen, die die neue Anlage bei den Übungseinsätzen künftig bedienen, wurden kürzlich intensiv bei der Netze BW in Biberach geschult. Jetzt geht es wieder auf Tour: Von Mai bis Oktober werden an wechselnden Standorten in Oberschwaben – koordiniert durch die jeweiligen Kreisbrandmeister – wieder schweißtreibende Trainingseinheiten in der mobilen Brandübungsanlage durchgeführt.

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