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03. Juli 2026

Netze BW stärkt Versorgungssicherheit mit mobiler Leitstelle für Krisenfälle

Neue Einsatzzentrale unterstützt Steuerung von Entstörungseinsätzen vor Ort – Lehren aus der Flutkatastrophe im Ahrtal

Stuttgart. Mit einer neuen mobilen Leitstelle stärkt die Netze BW ihre Einsatzfähigkeit bei Unwettern, Hochwasser und großflächigen Stromausfällen. Die rund 7,5 Meter lange Einsatzzentrale auf einem Spezialanhänger ermöglicht es, Maßnahmen zur Wiederherstellung der Stromversorgung direkt im betroffenen Gebiet zu steuern – unabhängig von der lokalen Infrastruktur. Netze BW investiert dafür einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Offiziell übergeben wurde die mobile Leitstelle am 3. Juli am Standort Stuttgart im Beisein von Martin Konermann, Technischer Geschäftsführer der Netze BW.

„Als Betreiber eines großen Verteilnetzes und kritischer Infrastruktur tragen wir eine besondere Verantwortung für die Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg“, sagte Konermann. „Mit der mobilen Leitstelle können wir bei großflächigen Störungen schneller reagieren, die Lage im Netz besser beurteilen und die Wiederherstellung der Stromversorgung gezielt steuern. Das macht unseren Netzbetrieb robuster gegenüber extremen Wetterereignissen.“

Lernen aus dem Einsatz im Ahrtal

Die Idee entstand aus den Erfahrungen der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021. Zahlreiche Mitarbeitende der Netze BW waren dort über Wochen im Einsatz und erlebten, wie anspruchsvoll die Arbeit wird, wenn Stromversorgung, Mobilfunk und Infrastruktur gleichzeitig ausfallen. Die Einsatzleitung musste zunächst aus einem Zelt heraus erfolgen und wurde später in einen provisorisch umgebauten Anhänger verlegt.

„Die Lage war extrem unübersichtlich. Gleichzeitig mussten viele Arbeiten parallel koordiniert werden“, erinnert sich Volkher Klipfel, Leiter der Netzregion Enz-Murg. Schnell war klar: Für künftige Krisenlagen braucht es eine Einsatzleitung mit Führungsunterstützung sowie Funk- und Kommunikationstechnik, die unabhängig von der vorhandenen Infrastruktur funktioniert.

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen am Standort Ettlingen entwickelte Florian Blümle, Teamleiter Betriebsservice Murg, mit seinem Projektteam daraufhin die mobile Leitstelle. Untergebracht ist sie in einem rund 7,5 Meter langen Anhänger, der speziell für den Einsatz in betroffenen Gebieten ausgestattet wurde.

Technik und Ausstattung für Schadenslagen im Stromnetz

Im Inneren stehen drei voll ausgestattete Arbeitsplätze bereit. Funktechnik, Monitore und Kommunikationssysteme ermöglichen es, Entstörungseinsätze vor Ort zu planen, zu koordinieren und im Stromnetz zu steuern. Mehrere Antennen auf dem Dach stellen Kommunikation und Datenverkehr sicher – auch dann, wenn lokale Mobilfunknetze ausfallen. Für die Kommunikation nutzt die mobile Leitstelle Satellitenfunk, den Betriebsfunk der Netze BW, analoge Funkgeräte sowie perspektivisch ein zusätzliches 450-Megahertz-Funksystem. Die komplette Funk- und Kommunikationstechnik stammt aus dem eigenen Haus.

Auch bei der Stromversorgung ist die Leitstelle unabhängig vom öffentlichen Netz. Eingebaute Akkus ermöglichen einen stromnetzunabhängigen Betrieb für einige Zeit, zusätzlich kann die Einsatzzentrale über ein eigenes Notstromaggregat oder einen Starkstromanschluss versorgt werden.

Die mobile Leitstelle dient als zentraler Treffpunkt für Einsatzkräfte im Feld. „Hier laufen Informationen zusammen, Einsätze werden koordiniert und Arbeiten im Netzgebiet gesteuert. Gerade bei großflächigen Schadenslagen hilft das, schneller einen Überblick zu gewinnen und Kräfte gezielt einzusetzen“, sagt Klipfel.

Baustein im Krisen- und Notfallmanagement

„Mit der mobilen Leitstelle stärken wir unsere Fähigkeit, auch in außergewöhnlichen Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben“, sagt Matthias Hense, Konzernexperte für Krisen- und Notfallmanagement der Netze BW. Gemeinsam mit bestehenden Netzleitstellen, Bereitschaftsdiensten und weiteren Vorsorgemaßnahmen bildet sie einen wichtigen Baustein im Krisen- und Notfallmanagement des Unternehmens. So kann Netze BW künftigen Herausforderungen im Netzbetrieb noch besser begegnen und die Versorgungssicherheit auch in schwierigen Situationen zuverlässig erhalten.

Mit der offiziellen Übergabe startet nun der Bereitschaftsbetrieb. Stationiert wird die Einsatzzentrale samt Zugfahrzeug am Standort Ettlingen und bei Bedarf in ganz Baden-Württemberg eingesetzt. Die mobile Leitstelle ist damit Ergebnis konkreter Einsatzerfahrungen und ein weiterer Schritt, um den Netzbetrieb der Netze BW widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen und großflächigen Störungen zu machen.

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