17. September 2026
Netze BW baut Ökologisches Trassenmanagement in Baden-Württemberg aus
Sichere Stromtrassen und mehr Artenvielfalt: Rund 40 Projekte entwickeln Flächen unter Hochspannungsleitungen ökologisch weiter
Heroldstatt. Die Netze BW entwickelt geeignete Flächen unter Hochspannungsleitungen zu naturnahen Lebensräumen und gewährleistet zugleich den sicheren Betrieb ihrer Stromnetze. In Heroldstatt (Alb-Donau-Kreis) stellte das Unternehmen das Lichtwaldartenprojekt „Sontheimer Höhle“ vor. Rund 40 Projekte des Ökologischen Trassenmanagements (ÖTM) befinden sich bereits in unterschiedlichen Planungs - und Umsetzungsphasen in Baden-Württemberg.
„Strom sicher zu den Menschen zu bringen, bleibt unsere Kernaufgabe. Die ersten Projekte des Ökologischen Trassenmanagements zeigen aber auch: Wo die Voraussetzungen stimmen, können wir unsere Trassen so pflegen, dass gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen“, sagte Dr. Selma Lossau, Geschäftsführerin Region Mitte und Technik der Netze BW.
Das Ökologische Trassenmanagement umfasst Projekte vom Rhein-Neckar-Kreis bis zum Bodensee. Die Maßnahmen reichen von der Beweidung von Trassenflächen über die selektive Pflege von Gehölzen bis zur Entwicklung artenreicher Wiesen. Ziel ist es, standorttypische Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu entwickeln und gleichzeitig den sicheren Betrieb der Stromtrassen zu gewährleisten und damit zur Versorgungssicherheit beizutragen.
Projekte im ganzen Land
Leistungsfähige Stromnetze sind eine Voraussetzung für die Energiewende: Sie transportieren Strom aus erneuerbaren Energien zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Mit dem Ökologischen Trassenmanagement achtet die Netze BW darauf, den Ausbau und Betrieb der Netzinfrastruktur an geeigneten Standorten mit dem Schutz von Natur und Arten zu verbinden.
Wie unterschiedlich die Maßnahmen ausfallen können, zeigen weitere ÖTM -Projekte: In Dietingen-Rotenzimmern (Landkreis Rottweil) weiden beispielsweise Schafe und Ziegen unter einer Leitungstrasse. Sie halten Gehölze im Zaum und verringern damit den Aufwand für Pflege und Rückschnitt. Bei einem Kooperationsprojekt in Tübingen arbeitet die Netze BW mit dem Verein VeBTiL e. V. zusammen. Das Projekt schützt die Leitungsanlage und erhält zugleich Lebensräume für dort vorkommende Tier- und Pflanzenarten sowie artenreiche Wiesenflächen.
Ausbau auf weiteren geeigneten Flächen
„Nicht jede Fläche innerhalb unserer Trassen eignet sich für dieselben Maßnahmen. Entscheidend sind die bestehende Vegetation, die örtlichen Bedingungen, die Anforderungen des Netzbetriebs sowie die Abstimmung mit den Eigentümer*innen und den Behörden. Die Erfahrungen aus den ersten Projekten helfen uns dabei, weitere geeignete Flächen zu identifizieren und passende Pflegekonzepte umzusetzen. So schaffen wir die Grundlage, die Trassenpflege langfristig ökologisch und nachhaltig weiterzuentwickeln“, sagte Friederike Müller, Teamleiterin Operative Nachhaltigkeit & Ökologie bei der Netze BW.
Lichtwaldartenprojekt an der Sontheimer Höhle
Das Lichtwaldartenprojekt „Sontheimer Höhle“ befindet sich in Heroldstatt oberhalb der Sontheimer Höhle. Es umfasst eine Fläche von rund 12.000 Quadratmetern im Bereich zwischen zwei Masten einer Hochspannungstrasse.
Die Netze BW setzt das Projekt gemeinsam mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb und Forst BW um. Ziel ist , Habitatstrukturen für lichtliebende Arten im Wald zu fördern. Dazu zählen beispielsweise der Blauschwarze Eisvogel, ein Schmetterling lichter Wälder, und das Platterbsen-Widderchen, ein tagaktiver Nachtfalter.
Die Maßnahmen begannen im Dezember 2025 und sind dauerhaft angelegt. Vorgesehen sind die Auflichtung des Waldrands entlang der bestehenden Hochspannungstrasse, das Mulchen von Teilflächen zur Erhaltung offener Strukturen sowie die Anlage von Totholz- und Steinhaufen. Regelmäßige selektive Gehölzpflege und Mahd sollen die Entwicklung der Fläche langfristig unterstützen.
Bildunterschrift: Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Naturschutz und Forstwirtschaft enthüllte Selma Lossau, Geschäftsführerin Region Mitte und Technik der Netze BW, eine Infotafel zum Ökologischen Trassenmanagement. Sie informiert Wanderer und Ausflügler über das Lichtwaldartenprojekt in der Nähe der Sontheimer Höhle. Das Bild zeigt (von links): Sylvia Pilarsky-Grosch (BUND Landesverband Baden-Württemberg e. V.), Dr. Heiko Hinneberg (Regierungspräsidium Tübingen), Hans Offenwanger (Biosphärengebiet Schwäbische Alb), Dr. Selma Lossau (Netze BW), Michael Weber (Bürgermeister der Gemeinde Heroldstatt), Michael Thorwarth (ForstBW) und Pia Schmidt (NABU Landesverband Baden-Württemberg e. V.). © Netze BW GmbH
Über die Netze BW GmbH
Die Netze BW GmbH steht für eine sichere Versorgung in Baden-Württemberg und kundennahen Netzservice. Sie ist das größte Netzunternehmen für Strom, Gas und Wasser in Baden-Württemberg und eine Tochtergesellschaft der EnBW Energie Baden -Württemberg AG. Als Verteilnetzbetreiber betreibt die Netze BW insgesamt knapp 100.000 Kilometer lange Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze für 2,3 7 Millionen Netzkund*innen im Land sowie das Gasverteilnetz für rund 104.000 Netzkund*innen. Außerdem erbringt und vertreibt die Sparte Dienstleistungen netznahe und kommunale Dienstleistungen für Kommunen und Stadtwerke. Das Unternehmen hat an rund 90 Standorten in Baden-Württemberg mehr als 5.800 Mitarbeitende sowie 800 Auszubildende und Studierende.
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