19. Oktober 2026
Netze BW beschleunigt PV-Anschlussprüfung von zwölf Tagen auf wenige Minuten
Automatisiertes Verfahren hat sich im Praxistest bewährt – mehr als 5.000 Standardfälle bereits erfolgreich geprüft
Stuttgart. Die Netze BW beschleunigt die Prüfung von Netzanschlüssen für Photovoltaikanlagen bis 15 Kilowattpeak deutlich. Nach einer erfolgreichen Einführungs- und Testphase erhalten Kund*innen bei eindeutigen Standardfällen innerhalb weniger Minuten eine Zusage – statt wie zuvor bis zu zwölf Tage auf die manuelle Bearbeitung zu warten. In der Regel liegt die Rückmeldung spätestens innerhalb eines Tages vor. Mehr als 5.000 Anfragen wurden in der Einführungsphase bereits automatisch zugesagt. Bei rund 60.000 Anfragen pro Jahr schafft das Verfahren schneller Planungssicherheit und entlastet zugleich die Fachkräfte, die sich dadurch auf komplexe Fälle konzentrieren können.
Digitale Prüfung verbindet Tempo und Netzsicherheit
Vor jedem Anschluss muss zuverlässig geklärt werden, ob Leitungen und Trafostationen zusätzliche Einspeisung aufnehmen können. Das wird anspruchsvoller, weil immer mehr Photovoltaikanlagen Strom einspeisen und zugleich Wärmepumpen sowie Wallboxen zusätzliche Leistung benötigen.
Jörg Reichert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Netze BW, sagt: „Die Energiewende lässt sich nicht per Mausklick erledigen – mit den richtigen digitalen Lösungen geht aber vieles deutlich schneller. Wer eine PV-Anlage anschließen möchte, soll ohne Papierkram, Warteschleifen und Nachfragen ans Ziel kommen. Daran muss sich Digitalisierung messen lassen: an besserem Kundenservice und effizienteren Abläufen. Wie schnell das in der Praxis funktioniert, zeigt ein konkretes Beispiel: Gleich zu Beginn des Go-live Ende Juli ging um 1.03 Uhr eine Kundenanfrage ein, um 1.08 Uhr war die Mitteilung zum Netzverknüpfungspunkt bereits verschickt. Meist dauert es nur rund fünf Minuten, bis alle Schnittstellen durchlaufen sind. Ein Teil unserer Arbeit erledigt sich damit tatsächlich über Nacht von allein.“
Digitales Netzmodell entscheidet Standardfälle automatisch
Ein digitales Modell bildet Leitungen, Trafostationen und Hausanschlüsse ab. Es berechnet freie Kapazitäten, prüft Grenzwerte und berücksichtigt bereits zugesagte Anschlüsse. Eindeutige Standardfälle werden automatisch bewertet; komplexere Fälle übernehmen Fachleute. So verbindet das Verfahren eine schnelle Rückmeldung mit der notwendigen Netzsicherheit.
Durchgängiger Prozess bis zur Inbetriebnahme
Der automatisierte Schritt ist Teil eines durchgängigen digitalen Anschlussprozesses. Dieser wurde angesichts stark schwankender Anfragezahlen wichtig: Zeitweise stieg das monatliche Volumen von rund 2.000 auf bis zu 7.000 Anfragen.
Kund*innen oder ihre Elektrofachkraft übermitteln im Kundenportal Angaben zu Standort, Leistung und technischer Ausführung der geplanten Anlage. Der Customer Service Hub ordnet die Daten dem passenden Netzabschnitt zu und übergibt sie an die automatisierte Netzprüfung.
Das System berechnet dann, ob eine Anlage am gewünschten Ort angeschlossen werden kann, und schafft die Grundlage für Rückmeldung und Angebot. Nach der Beauftragung folgen Netzanschluss, Inbetriebnahme und Abrechnung. So greifen die digitalen Schritte von der Anfrage bis zum Netzanschluss ineinander und verkürzen den Gesamtprozess spürbar.
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