NETZlabor Sonderbuch

In Sonderbuch im Landkreis Reutlingen kommen auf 190 Einwohner bereits 60 Fotovoltaikanlagen; auf fast jedem Dach gibt es eine. Zu Spitzenzeiten wird hier sechs bis sieben Mal so viel Strom eingespeist wie verbraucht. Das kann das örtliche Verteilnetz zeitweise an seine Grenzen bringen.

Wir kümmern uns drum

Ihr Ansprechpartner:

  • Ibrahim Berber
  • Technik Innovation
  • Schelmenwasenstraße 15
  • 70567 Stuttgart
  • +49 711 289-48611

Kurz und Knapp

Feldtests in Sonderbuch

Hier wird die Netze BW in einem größer angelegten Feldtest die Auswirkung einer jeden Maßnahme, mit der man in das Netzmanagement eingreift, genau beobachten und bewerten. Und bei 190 Einwohnern haben die Tests ein überschaubares Maß.

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Netze gezielt ausbauen, erneuerbare Energien besser integrieren

NETZlabor SonderbuchNetzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, ihr Netz stets für die Maximalbelastung auszulegen. Ein herkömmlicher Ausbau wäre eine kostspielige Angelegenheit, wenn die EEG-Anlagen weiter wie bisher zugebaut werden. Im Netzlabor nimmt die Netze BW nun erstmals ein Niederspannungsnetz genauestens unter die Lupe. Den Netzausbau, welcher auf alle denkbaren Verbrauchs- und Einspeisezustände ausgerichtet ist, hinterfragt die Netze BW und beleuchtet ihn aus einer volkswirtschaftlichen Sicht. In Sonderbuch möchte die Netze BW zeigen, wie man den Netzausbau gezielt anstatt maximal angehen kann und dabei gleichzeitig neue Energien besser und schneller integriert.

Drei Projektphasen

Echtzeitdaten durch intelligente Ortsnetzstationen

Das NETZlabor Sonderbuch läuft bereits seit Anfang 2011. Zu Beginn des Projekts wurden Sensoren in den Trafostationen angebracht, die den Strom aus dem Mittelspannungsnetz auf haushaltstaugliche 400/230 Volt reduzieren. Zusätzlich wurden die herkömmlichen Stromzähler in vielen Sonderbucher Haushalten gegen intelligente ausgetauscht. Beide Maßnahmen liefern wichtige Daten zu den jeweiligen Netzzuständen. Diese werden durch die Universität Stuttgart analysiert. Eine wichtige Erkenntnis, die die Zahlenkolonnen unseren Netzexperten brachte: Die Schwankungen im Niederspannungsnetz sind größer als bisher angenommen. Das bringt das Netz an seine Belastungsgrenze und erschwert die weitere Integration von EEG-Anlagen.

Spannungsschwankungen besser im Griff

In der zweiten Phase wurde ein regelbarer Ortsnetztransformator installiert, der automatisch auf den sich ändernden Netzzustand reagiert. Damit ist die Spannung im Ortsnetz deutlich einfacher als bisher regelbar - und das ohne Stromabschaltungen.

Flexibler Stromspeicher glättet Spannungsspitzen

Was tun bei hoher Stromerzeugung und geringem Verbrauch vor Ort? Die Antworten soll jetzt ein 30-kW-Akku geben. Mit ihm testet das Projektteam, wie sich das Netz verhält, wenn flexibel Strom eingespeichert und dann wieder zurück ins Netz gespeist wird. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart wurde der optimale Standpunkt gesucht: Der Speicher steht in einer Straße mit besonders vielen Fotovoltaikanlagen. Denn am Ende einer langen Kette von Stromeinspeisern kommt es zu besonders deutlichen Spannungsanhebungen.

Allein das Speichern von Strom während hoher Einspeiseleistung von EEG-Anlagen entlastet ein Stromnetz. Das können viele Akkus. Der neue, für uns entwickelte Lithium-Ionen-Speicher, der jetzt erstmals in Sonderbuch getestet wird, kann aber mehr. Er stärkt das Netz auch bei einem eher „durchwachsenen“ Wetter, bei dem vorbeiziehende Wolken den Sonnenschein immer wieder unterbrechen. Eine solche Wettersituation beansprucht das Netz stärker als Dauersonnenschein: Ein schneller abrupter Wechsel von sehr hoher und geringer Stromeinspeisung verursacht starke Spannungsschwankungen. Diese Spannungsspitzen können mit dem neuartigen Akku „geglättet“ werden, indem dieser bei Bedarf Energie speichert und innerhalb einer kurzen Reaktionszeit wieder in das Netz abgeben kann.