05. Oktober 2020

EnBW / Netze BW-Positionspapier zur Ausgestaltung des § 14a EnWG: Kunde, Netz und Vertrieb integrativ gedacht

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat im Herbst des vergangenen Jahres einen umfangreichen Konsultationsprozess zur Ausgestaltung einer Verordnung zum Lastmanagement in der Niederspannung nach § 14a EnWG gestartet und beabsichtigt noch in diesem Jahr einen entsprechenden Rechtssetzungsentwurf vorzulegen. Inhaltlich begleitet wurde der Branchenkonsultationsprozess von dem Beraterkonsortium Ernst & Young (EY) sowie dem Büro für Energiewirtschaft und technische Planung (BET).

Die EnBW begrüßt eine konkretisierende Ausgestaltung des §14a EnWG und hat den hierzu stattgefunden Branchenbeteiligungsprozess des Ministeriums aktiv und konstruktiv begleitet. Wir sind der Auffassung, dass die Nutzbarmachung bzw. Bereitstellung von Flexibilitäten in der Niederspannung die schnelle und versorgungssichere Netzintegration von flexiblen Verbrauchseinrichtungen wie Ladeeinrichtungen und Wärmepumpen ermöglicht und somit den Herausforderungen, die mit der Verkehrs- und Wärmewende für die Verteilnetze einhergehen, Rechnung trägt.

Ausdrücklich unterstützt die EnBW den seitens des BMWi sowie seiner Berater verfolgten regulatorischen Ansatz, der eine verpflichtende netzdienliche Steuerung für flexible Verbrauchseinrichtung vorsieht. Die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten Steuerung dieser Verbrauchseinrichtungen im Falle von Netzrestriktionen ermöglicht auch bei einem schnelleren zeitlichen Hochlauf beispielsweise von Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge eine sichere Netzintegration dieser Anlagen und trägt zu einem effizienten Netzausbau bei. Der derzeit vorliegende Vorschlag des Beraterkonsortiums erscheint gleichwohl in einigen Punkten unnötig komplex; insbesondere sehen wir nicht die Notwendigkeit, dass im Rahmen der Ausgestaltung des §14a EnWG eine tiefgreifende Reform der Netzentgeltsystematik vorgenommen werden sollte oder müsste. Eine grundlegende Überarbeitung der Entgeltstruktur sollte, sofern als notwendig erachtet, zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Reformprozess erfolgen.

Mit dem vorliegenden Positionspapier macht die EnBW einen alternativen Vorschlag für die Ausgestaltung der Netzentgeltlogik im Rahmen einer Verordnung nach § 14a EnWG.

Zum Positionspapier(PDF)

Ansprechpartner:

Claus Fest, Leiter Energiewirtschaft EnBW Energie Baden-Württemberg AG, c.fest@enbw.com

Mathias Gabel, Regulierungsmanagement Netze BW GmbH, m.gabel@netze-bw.de

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Erschienen in Energiewirtschaftliche Tagesfragen, Ausgabe 02/2020