Netzintegration Elektromobilität

NETZlabor Intelligentes Heimladen

Ein Projekt der Netze BW

Netzorientiertes Lademanagement mit intelligentem Messsystem und Steuerbox

Die Ausgangslage

Zukünftig werden immer mehr Elektrofahrzeuge in Deutschland unterwegs sein und vor allem im privaten Umfeld geladen werden. Der Leistungsbedarf von E-Autos führt aufgrund der gleichzeitigen Ladevorgänge, insbesondere in den Abendstunden, zu einer hohen zusätzlichen Belastung unserer Betriebsmittel im Netz. Auf diese zusätzliche Belastung ist das Stromnetz derzeit nicht ausgelegt. Eine mögliche Lösung: Lademanagement. Indem die Ladeleistung zu Spitzenlastzeiten gezielt reduziert wird, wird ein Teil des Ladevorgangs in Zeiten mit niedrigerer Netzbelastung verschoben. Somit verringern sich insgesamt die Auswirkungen auf das Stromnetz und das Netz wird entlastet. Was derzeit noch fehlt, ist ein standardisiertes Lademanagementsystem, das flexibel und kostengünstig einsetzbar ist.

Die Zielsetzung

Mehrere Standorte, je 6 bis 7 E-Fahrzeuge, 1 Lademanagementsystem

Unser Ziel ist eine einheitliche Steuerung der Ladeeinrichtungen über das intelligente Messsystem, um Netzengpässe zu vermeiden. Dafür gehen wir folgenden Fragen auf den Grund: Wie lässt sich die Ladeleistung netzdienlich und kundenfreundlich steuern? Und wie kann eine standardisierte Lösung aussehen?

Großes Potential für eine einheitliche Lösung zur Steuerung von Ladeeinrichtungen bietet das intelligente Messsystem in Kombination mit einer Steuerbox. Denn das System baut auf vorhandenen Komponenten auf, die in Zukunft flächendeckend eingesetzt werden können. Neben der technischen Umsetzung des Lademanagementsystems untersuchen wir an verschiedenen Standorten, wie sich das Ladeverhalten der Kunden auf das Stromnetz auswirkt.

Unser NETZlabor

Heute schon auf die Anforderungen von morgen vorbereiten

Derzeit werden Standards für Lademanagementsysteme von verschiedenen Gremien erarbeitet. Wir beteiligen uns aktiv an diesem Prozess: Unser NETZlabor Intelligentes Heimladen liefert wichtige Erkenntnisse aus der Praxis, wie die Steuerung über das intelligente Messsystem gestaltet sein muss, um die Integration von Elektrofahrzeugen ins Stromnetz bestmöglich zu unterstützen. Indem wir das intelligente Messsystem mit Steuerbox als Lademanagement in der Praxis testen und weiterentwickeln, bereiten wir uns schon heute auf die Anforderungen von morgen vor.

Dafür statten wir an verschiedenen Standorten je sechs bzw. sieben Haushalte mit E-Fahrzeugen und der entsprechenden Ladeinfrastruktur sowie Steuertechnik aus. Gemeinsam mit den dortigen Bewohnern – unseren E-Pionieren – testen wir, wie das intelligente Messsystem mit Steuerbox zum Management von Ladevorgängen eingesetzt werden kann.

Projektlaufzeit: Januar 2020 bis Dezember 2021

Die Standorte

  • Ettenheim
    Ein Stromkreis im ländlichen Raum, der insbesondere durch zahlreiche Wärmestromanlagen bereits stark ausgelastet ist.

  • Dossenheim
    Ein kurzer, verzweigter Stromkreis im vorstädtischen Raum – hier wird die Anzahl an E-Fahrzeuge voraussichtlich schnell ansteigen.

  • Weitere Standorte folgen

Stresstest

Härtetest für das Stromnetz: Beim Stresstest werden alle E-Fahrzeuge gleichzeitig an die Ladestationen angeschlossen. Hierbei entsteht bei voller Ladeleistung eine erhebliche Lastspitze. Indem die Leistung mithilfe des Lademanagementsystems kurzfristig auf 50 Prozent reduziert wird, kann die Belastung des Stromnetzes deutlich gesenkt werden.

Kennzahlen

Verschiedene Standorte in
Baden-Württemberg

Je 6 bis 7 E-Fahrzeuge

Je 1 Stromkreis

Steuerung über
intelligentes Messsystem

Die E-Fahrzeuge für unsere Teilnehmer

BMW i3

  • Batteriekapazität: 38 kWh
  • Alltagsreichweite: ca. 240 km

VW e-Golf

  • Batteriekapazität: 35,8 kWh
  • Alltagsreichweite: ca. 200 km

Tesla Model 3

  • Batteriekapazität: 75 kWh
  • Alltagsreichweite: ca. 425 km

Unsere E Pioniere in Ettenheim

E-Pioniere

Familie Dold

E-Pioniere

Familie Geppert

E-Pioniere

Familie Spengler

E-Pioniere

Familie Rietsche

E-Pioniere

Familie Perktold

E-Pioniere

Familie Rauer

Irene Diedler und Sven Zahorka

Projektleiter

„Gemeinsam mit unseren E-Pionieren entwickeln wir Lademanagementkonzepte basierend auf dem intelligentem Messsystem im realen Umfeld. Indem wir die Konzepte an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen Netztopologien testen, gewinnen wir wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung eines standardisierten Lademanagements. Wir freuen uns sehr, dass wir so viele E-Pioniere für unser Projekt gewinnen und begeistern konnten."

Relevante Meilensteine

Meilensteine 2019

Dezember
Installation der Ladeinfrastruktur in Ettenheim
Die Anschlussprüfungen der teilnehmenden Haushalte werden durch einen regionalen Elektroinstallateur und den Zählerservice der Netze BW durchgeführt. Anschließend beginnen die Installationsarbeiten für Ladeinfrastruktur sowie Mess- und Steuertechnik in Ettenheim.

Meilensteine 2020

Januar
Fahrzeugübergabe und Projektstart in Ettenheim
Die E-Pioniere bekommen eine Einweisung in die Elektrofahrzeuge und können diese entgegennehmen. Damit startet das Projekt offiziell in Ettenheim.

März
Installation der Ladeinfrastruktur in Dossenheim
Nach einer Anschlussprüfung werden bei den E-Pionieren in Dossenheim Ladeinfrastruktur sowie Mess- und Steuertechnik installiert.

Juni
Stresstest in Ettenheim
Beim Stresstest werden alle sechs Fahrzeuge gleichzeitig geladen. Die Ladevorgänge finden zunächst ungesteuert statt. Anschließend wird die Ladeleistung bei allen Fahrzeugen reduziert. Dabei werden die Auswirkungen auf das Stromnetz erfasst und untersucht.

Juni
Fahrzeugübergabe und Projektstart in Dossenheim
Die E-Pioniere in Dossenheim erhalten ihre Elektrofahrzeuge. Ab diesem Zeitpunkt ist das Elektroauto für die nächsten sechs Monate fester Bestandteil ihres Alltags.

Oktober
Projektabschluss in Ettenheim
Alle Testphasen sind erfolgreich durchgeführt und der Feldversuch in Ettenheim ist somit abgeschlossen. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden ausgewertet und fließen in die zukünftigen Feldversuche an anderen Standorten ein.

November
Start des 3. Standortes
Ein passender Stromkreis für den dritten Feldversuch wird ausgesucht und E-Pioniere für die Teilnahme am NETZlabor gewonnen.

Dezember
Projektabschluss in Dossenheim
Der Feldversuch in Dossenheim ist abgeschlossen und die Ergebnisse werden zusammengetragen und analysiert.

Meilensteine 2021

März
Start des 4. Standortes
Ein passender Stromkreis für den vierten Feldversuch wird ausgesucht und E-Pioniere für die Teilnahme am NETZlabor gewonnen.

Juni
Start des 5. Standortes
Ein passender Stromkreis für den fünften Feldversuch wird ausgesucht und E-Pioniere für die Teilnahme am NETZlabor gewonnen.

Dezember
Abschluss des NETZlabors Intelligentes Heimladen
Nach Abschluss aller fünf Standorte ist das NETZlabor Intelligentes Heimladen erfolgreich abgeschlossen. Die während der Laufzeit des Projektes entwickelte Steuertechnik hat den zum Projektstart definierten Stand erreicht. Die gewonnen Erkenntnisse helfen bei der erfolgreichen Integration der Elektromobilität in das Stromnetz.

Haben Sie weitere Fragen?

Antworten zu den häufigsten Fragen finden Sie in unserem FAQ-Bereich.

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