Unser Netz

Netzverstärkung Heilbronn - Ingelfingen

Nachfolgend erhalten Sie alle wichtigen Informationen und Termine rund um das Netzverstärkungsvorhaben zu den bestehenden 110-kV-Freileitungsanlagen Heilbronn – Untereisesheim (Anlage 0107), Kochendorf – Möckmühl (Anlage 0110), Möckmühl – Osterburken (Anlage 0108) und Osterburken – Ingelfingen (Anlage 0109).

Kurz & knapp

Unser Vorhaben

Der Ausbau von regenerativen Erzeugungsanlagen (insbesondere Photovoltaik und Windkraftanlagen) bringt die Stromnetze an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Den Zielen der Landesregierung folgend, soll der Anteil der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg weiter steigen. Auch in den Landkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Neckar-Odenwald wird in den kommenden Jahren ein weiterer Ausbau an erneuerbaren Erzeugungsanlagen erwartet.

Um weitere Einspeisungen gemäß § 12 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewährleisten zu können und das Verteilnetz auch in Zukunft sicher und zuverlässig betreiben zu können, plant die Netze BW die Verstärkung der bestehenden 110-kV-Freileitungsanlagen Heilbronn – Untereisesheim (Anlage 0107), Kochendorf – Möckmühl (Anlage 0110), Möckmühl – Osterburken (Anlage 0108) und Osterburken – Ingelfingen (Anlage 0109).

Netzverstärkung Heilbronn Ingelfingen

Meilensteine

Bedarfsplanung

Die eingeleitete Energiewende unter Förderung der Erneuerbaren Energien verändert die deutsche Energielandschaft nachhaltig. Zentrale Großkraftwerke werden zunehmend durch dezentrale, zumeist regenerative und kleinere, Erzeugungsanlagen ergänzt, welche sich häufig im ländlichen Raum befinden. Regionen wie der Hohenlohe- und Neckar-Odenwald-Kreis sowie der Landkreis Heilbronn beziehen nicht länger nur Strom, sondern erzeugen diesen verstärkt selbst, wobei überschüssige Strommengen entstehen und abtransportiert werden müssen. Verteilnetzbetreiber erstellen regelmäßig verschiedene Szenarien zum Um-, Aus- und Neubau ihrer Netze, um sowohl den neuen Anforderungen der sich ändernden Energielandschaft als auch den energiewirtschaftsrechtlichen Vorgaben zu entsprechen.

Netze BW reagiert auf den starken Zubau Erneuerbarer Energien in der Region und plant die bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen (Heilbronn - Untereisesheim (Anlage 0107), Möckmühl – Osterburken (Anlage 0108), Osterburken – Ingelfingen (Anlage 0109) sowie Kochendorf – Möckmühl (Anlage 0110)) zu verstärken und damit den neuen Anforderungen anzupassen.

Genehmigungsplanung im Dialog Aktueller Stand

Bevor die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden können, bedarf es der notwendigen Genehmigungen, die im Rahmen mehrerer Genehmigungsverfahren (hier: Planfeststellungsverfahren) durch die Netze BW zu erlangen sind. Um ein Genehmigungsverfahren eröffnen zu können, muss die Netze BW zuvor einerseits verschiedene Voruntersuchungen durchführen, wie z.B. die Prüfung von technischen, rechtlichen, umweltfachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen sowie andererseits einen Genehmigungsantrag erarbeiten.

Parallel dazu wird die Öffentlichkeit zu einem möglichst frühen Zeitpunkt in die Planungen eingebunden. Neben verschiedenen Informationsmaterialien zum Vorhaben besteht z.B. über Bürgersprechstunden oder unser Projektpostfach die Möglichkeit, dass Sie uns Ihre Fragen und Hinweise zukommen lassen, welche wir Ihnen gerne beantworten und in unserer Planung berücksichtigen. Zu beachten ist, dass alle Planungshinweise immer in einen Ausgleich mit weiteren Interessen zum Vorhaben zu bringen sind. Hierzu dient das formelle Genehmigungsverfahren.

Planfeststellungsverfahren

Das Planfeststellungsverfahren ist ein besonderes Verwaltungsverfahren zur Genehmigung von größeren Infrastrukturvorhaben und kommt auch für die Vorhaben zur Netzverstärkung der 110-kV-Leitung Heilbronn - Ingelfingen als Genehmigungsverfahren zur Anwendung. Es dient der Abwägung aller Belange wie Naturschutz, Landschaftsbild und privatem Eigentum sowie der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit. Dazu reicht die Netze BW Anträge auf Planfeststellung bei den zuständigen Genehmigungsbehörden, den Regierungspräsidien Karlsruhe und Stuttgart, ein. Die Anträge enthalten eine Begründung des Vorhabens sowie die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen und Planungen. Für das Vorhaben 1 zwischen Mockmühl und Ingelfingen wurde der Antrag auf Planfeststellung für den Abschnitt 1 beim Regierungspräsidium Stuttgart bereits eingereicht. Der Antrag für den Abschnitt 2 wird derzeit noch erarbeitet. Die Einreichung für das Vorhaben 2 zwischen Heilbronn und Mockmühl erfolgt im Frühjahr 2020.

Im Anschluss prüft die Genehmigungsbehörde den Planfeststellungsantrag der Netze BW, insbesondere unter Einbindung der Träger öffentlicher Belange, der Fachbehörden und der Öffentlichkeit. Dazu werden in jeder betroffenen Gemeinde die Planunterlagen ausgelegt und allen Betroffenen ermöglicht, Einwendungen gegen den Plan zu erheben, die von der Genehmigungsbehörde berücksichtigt und abgewogen werden. Ergebnis des Planfeststellungsverfahrens ist der Planfeststellungsbeschluss.

Planfeststellungsbeschluss

Am Ende des Planfeststellungsverfahrens steht ein Planfeststellungsbeschluss, welcher der Netze BW nach Abwägung aller öffentlichen Belange und Einwendungen die Realisierung des Vorhabens genehmigt. Er legt unter anderem eine konkrete Ausführung der Maßnahme, das heißt eine konkrete Trassen- und Baudurchführung, fest. Nach dem Beschluss kann der Bau beginnen.

Bau

Der Bau wird gemäß dem Planfeststellungsbeschluss umgesetzt.

Inbetriebnahme

Nach der Umsetzung der Baumaßnahme erfolgt die Inbetriebnahme.

Geplante Maßnahmen

Vorhaben 1: Netzverstärkung Möckmühl – Osterburken & Osterburken – Ingelfingen

Netze BW plant im Bereich Möckmühl – Osterburken sowie Osterburken – Ingelfingen die bestehenden 110-kV-Leitungsanlagen 0108 und 0109 zwischen den Umspannwerken (UW) Möckmühl und Osterburken sowie zwischen den UW Osterburken und Ingelfingen zu verstärken. Zu diesem Zweck soll ein zweiter 110-kV-Stromkreis – der drei Leiterseile umfasst – auf den bestehenden Masten aufgelegt werden. Darüber hinaus ist in diesem Bereich auch die Erneuerung der nachrichtentechnischen Verbindung geplant. Änderungen an den Masten sind grundsätzlich nicht erforderlich, da diese bereits für die Zu- bzw. Umbeseilung technisch ausgelegt sind. Jedoch sollen wenige Masten im Rahmen des Projektes saniert werden.

Vorhaben 2: Netzverstärkung Heilbronn – Untereisesheim & Kochendorf – Möckmühl

Vorgesehen ist, die bestehenden 110-kV-Hochspannungsfreileitungen Heilbronn – Untereisesheim (Anlage 0107) und Kochendorf – Möckmühl (Anlage 0110) zu verstärken. Dazu ist geplant, die derzeit auf der Anlage aufgelegten Einfachseile durch so genannte 2er-Bündel zu ersetzen. Da die Masten im Bereich zwischen den beiden Umspannwerken nicht dafür ausgelegt sind, müssen sie standortgleich getauscht werden. Diese werden voraussichtlich im Durchschnitt ca. vier Meter höher ausfallen. Zudem bedarf es voraussichtlich einer geringfügigen Verbreiterung der Fundamente. Weiterhin sollen die bisherigen Leiterseile, welche als sogenanntes Einfachseil geführt werden, gegen neue im Zweierbündel geführte Leiterseile ausgetauscht werden.

Beide Anlagen werden mit einer höheren Stromtragfähigkeit der Leiterseile fit für die Zukunft gemacht. Die Spannung bleibt mit 110 kV gleich.

Netze BW folgt mit dieser Verstärkungsmaßnahme dem sogenannten NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau) und vermeidet somit neue zusätzliche Leitungsanlagen.

Aktueller Stand

Das Projekt Netzverstärkung Heilbronn - Ingelfingen ist in zwei Vorhaben unterteilt. Für beide Vorhaben werden separate Planfeststellungsverfahren angestrebt.

Vorhaben 1: Netzverstärkung Möckmühl – Osterburken & Osterburken – Ingelfingen
Für das erste Vorhaben, das die beiden 110-kV-Hochspannungsleitungen Möckmühl – Osterburken (Anlage 0108) sowie Osterburken - Ingelfingen (Anlage 0109) umfasst, sind alle technischen und umweltrechtlichen Voruntersuchungen bereits abgeschlossen. Im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung wurden die betroffenen Gemeinden über das Projekt informiert und Ihnen die Möglichkeit geboten, uns Planungshinweise zukommen zu lassen, die wir gerne berücksichtigt haben. Räumlich durchlaufen die beiden Anlagen die Regierungsbezirke Karlsruhe und Stuttgart, entsprechend wird jeweils ein Antrag auf Planfeststellung bei den Regierungspräsidien Stuttgart (Abschnitt 1) und Karlsruhe (Abschnitt 2) eingereicht.

Den Antrag zum Abschnitt 1 des ersten Vorhabens hat die Netze BW am 26.04.2019 beim Regierungspräsidium Stuttgart eingereicht, welches derzeit das Planfeststellungsverfahren durchführt. Dazu wurde die Antragsunterlage in den betroffenen Gemeinden öffentlich ausgelegt sowie auf der Homepage des Regierungspräsidiums veröffentlicht und allen Betroffenen die Möglichkeit geboten, förmliche Einwendungen zum Plan einzureichen. Das Regierungspräsidium prüft derzeit die eingereichten Unterlagen der Netze BW sowie alle eingegangenen Einwendungen.

Der Antrag zum Abschnitt 2 des ersten Vorhabens wurde am 18.05.2020 beim Regierungspräsidium Karlsruhe eingereicht. Das Regierungspräsidium Karlsruhe prüft die Antragsunterlage nun auf ihre Vollständigkeit und leitet anschließend das Planfeststellungsverfahren ein. Dazu wird auch diese Antragsunterlage veröffentlicht werden und die Möglichkeit geboten, zusätzlich zu den Planungshinweisen, die die Netze BW im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeholt und berücksichtigt hat, förmliche Einwendungen gegen den Plan einzureichen. Über den genauen Ablauf wird das Regierungspräsidium nochmals gesondert informieren.

Vorhaben 2: Netzverstärkung Heilbronn – Untereisesheim & Kochendorf – Möckmühl
Das Vorhaben 2 ist dem Vorhaben 1 zeitlich nachgelagert und umfasst die beiden 110-kV-Hochspannungsleitungen Heilbronn – Untereisesheim (Anlage 0107) und Kochendorf – Möckmühl (Anlage 0110).
Aktuell wird der Antrag auf Planfeststellung für das Vorhaben 2 fertiggestellt und soll voraussichtlich Mitte des Jahres 2020 eingereicht werden. Bis zur Antragseinreichung besteht für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, frühzeitig Fragen und Hinweise zur geplanten Maßnahme an die Netze BW zu richten. Nach Einreichung des Planfeststellungsantrages erfolgt sodann die förmliche Beteiligung, welche durch das zuständige Regierungspräsidium durchgeführt wird.

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