30. November 2021

Klimaneutrale Strom- und Gasnetze für Kunden und Kommunen

Die Netze BW wird 2021 als einer der ersten Verteilnetzbetreiber Deutschlands klimaneutral

Stuttgart. Die Netze BW erreicht ihr Ziel und wird 2021 klimaneutral. Damit leistet die EnBW-Tochter einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz im ganzen Land und in den Kommunen vor Ort. Die Netze BW ist verantwortlich für das größte Strom- und Gasnetz in Baden-Württemberg. „Wir wissen, welch große Bedeutung das Thema Klimaschutz für die Kommunen in Baden-Württemberg hat und stehen ihnen als Partner zur Seite“, so Dr. Christoph Müller, Geschäftsführer der Netze BW. „In mehr als 600 Städten und Gemeinden fließen Strom- und Gas künftig durch grüne Netze. Auf diese Weise verbessern wir zugleich die Klimabilanz der Versorgungsinfrastruktur im ganzen Land.“

Mehr als 100 Maßnahmen umfasst das Paket, das die Netze BW geschnürt hat, um den CO2-Fußabdruck von rund 390.000 Tonnen des Jahres 2020 in 2021 deutlich zu verringern. Dabei kann sie auf zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen aufbauen, die sie bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt hat. Um die Treibhausgas-Bilanz zu erstellen und die geeigneten Maßnahmen auszuarbeiten, hat Netze BW die KlimAktiv Consulting GmbH an ihre Seite geholt, einen etablierten Berater für aktiven Klimaschutz. Die international anerkannte Zertifizierungsgesellschaft GUTcert wird die Klimaneutralität der Netze BW im ersten Halbjahr 2022 abschließend prüfen und zertifizieren.

Nach dem international als Maßstab für die Bilanzierung von Treibhausgas-Emissionen anerkannten Greenhouse Gas Protocol werden die Emissionen der Netze BW in den Emissionskategorien Scope 1 und Scope 2 erfasst. Dies sind alle Emissionen, die im Rahmen der Geschäftstätigkeit des Unternehmens entstehen, beispielsweise der Energieverbrauch der Gebäude und technischen Anlagen, der Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge des Fuhrparks und die Verlustenergie aus der Verteilung von Strom. Darüber hinaus berücksichtigt die Netze BW bereits jetzt freiwillig einige Punkte aus Scope 3 des Greenhouse Gas Protocols. Scope 3 umfasst die Emissionen aus den vor– und nachgelagerten Wertschöpfungsketten eines Unternehmens, z.B. gekaufte Waren und Dienstleistungen. Für sie steht das Unternehmen also nicht in direkter Verantwortung. Die Netze BW kompensiert hieraus die Emissionen durch Geschäftsreisen und das tägliche Pendeln der Mitarbeiter*innen.

„Unser vorrangiges Ziel ist es, Treibhausgas-Emissionen zu vermeiden“, erläutert Christoph Müller. Im Jahr 2021 hat die Netze BW deshalb den Eigenverbrauch an Gas und Strom auf Biogas und Ökostrom umgestellt und die Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität weiter vorangetrieben.

Den größten Anteil am CO2-Fußabdruck der Netze BW – wie bei allen Netzbetreibern - nimmt die sogenannte Verlustenergie ein. Sie wird von Stromnetzbetreibern beschafft, um die physikalisch unvermeidlichen Energieverluste bei der Durchleitung von Strom durch das Netz auszugleichen und verursacht bis zu 90 Prozent der relevanten Treibhausgas-Emissionen. „Die beste Lösung im Sinne des Klimaschutzes wäre es, die Verlustenergie mit Ökostrom zu decken“, so Christoph Müller. Genau das ist den Netzbetreibern aber aufgrund gesetzlicher und regulatorischer Vorgaben nicht erlaubt – ebenso wenig wie eine Eigenerzeugung der Verlustenergie aus erneuerbaren Quellen. „Wir führen deshalb intensive Gespräche mit der Politik und den Behörden, damit der dafür notwendige gesetzliche Rahmen geschaffen wird“, so Müller weiter. Um schon jetzt ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können, geht die Netze BW nun mit einem eigenen Ansatz voran: Indem sie Herkunftsnachweise für Grünstrom in entsprechender Menge beschafft und damit dauerhaft dem Markt entzieht, trägt sie zu einer klimaneutralen Stromerzeugung für die Verlustenergie bei.

Die dann noch verbleibenden Emissionen gleicht die Netze BW durch Kompensationszertifikate nach international anerkanntem Goldstandard aus.

In den kommenden Jahren wird die Netze BW ihre Emissionen weiter reduzieren und den Anteil der Kompensationsmaßnahmen stetig verringern. Dazu wird der Ausbau der E-Auto-Flotte ebenso beitragen wie Maßnahmen zur Gebäudesanierung und zur Verbesserung der Energieeffizienz. Außerdem wird die Netze BW in den kommenden Jahren auch die Emissionen aus Scope 3 des Greenhouse Gas Protocols verstärkt angehen, für die sie nicht in direkter Verantwortung steht, und gemeinsam mit ihren Partnern Konzepte und Lösungen für mehr Klimaschutz entwickeln.

Die Netze BW verfolgt seit Jahren eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie. Das belegen zahlreiche anerkannte Zertifikate wie EMAS, ISO 14001 und ISO 50001. Darüber hinaus ist sie Partnerin der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit des Landes Baden-Württemberg (WIN-Charta). Mit dem Erreichen der Klimaneutralität 2021 unterstreicht die Netze BW ihre Entschlossenheit, Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen und geht einen entscheidenden weiteren Schritt für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Damit trägt sie außerdem zum Ziel ihrer Konzernmutter EnBW bei, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Mehr Informationen zum Thema klimaneutrale Netze BW finden Sie hier.

Über Wege für Netzbetreiber zur Klimaneutralität informieren wir am 10.12.2021 in unserer Veranstaltung „Klimaneutraler Verteilnetzbetreiber in der Kommune“. Hier können Sie sich zu der Veranstaltung anmelden.

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