23. August 2022

Frühwarnsystem für effektiven Hochwasserschutz

Acht benachbarte Kommunen aus dem Alb-Donau-Kreis und dem Landkreis Biberach schließen sich zusammen und installieren Sensoren zur Überwachung ihrer Gewässer

Alb-Donau-Kreis/ Landkreis Biberach. Unter dem Eindruck der Flutkatastrophen der jüngsten Vergangenheit haben sich acht Gemeinden im Alb-Donau-Kreis und dem Landkreis Biberach zusammengetan und in den Hochwasserschutz investiert: Attenweiler, Emerkingen, Grundsheim, Hausen am Bussen, Oberstadion, Unterstadion, Unterwachingen und Uttenweiler. Dort kommt nun das von der Dienstleistungssparte der Netze BW entwickelte Warnsystem NOYSEE zum Einsatz und überwacht die gefährdeten Gewässer. Insgesamt 22 Ultraschall-Sensoren wurden dafür an verschiedenen Gewässern in den Gemeinden installiert. Im Beisein von Landrat Heiner Scheffold nahmen die Bürgermeister gemeinsamen mit Vertreter*innen der Gemeinden und der Netze BW das System jetzt offiziell in Betrieb.

Landrat Scheffold erinnert an die verheerenden Bilder des letzten Sommers aus den überfluteten Regionen: „Das durch Starkregen ausgelöste Hochwasser im Jahr 2021 war für die Winkel-Gemeinden eine einschneidende Erfahrung. Es hat gezeigt, wie wichtig es vor dem Hintergrund des Klimawandels ist, uns gesamtgesellschaftlich, aber auch ganz konkret auf der lokalen Ebene auf solche Ereignisse vorzubereiten.“ Auch die Schultes sehen das so. Bürgermeister Kevin Wiest aus Oberstadion ergänzt stellvertretend für seine Amtskollegen: „Da mittlerweile selbst harmlose Rinnsale sehr schnell zur Gefahr werden können, müssen wir wissen, wann der Wasserpegel einen kritischen Wert überschreitet. Denn eine frühzeitige Warnung ist essenziell, um wertvolle Zeit zu gewinnen, damit die Einsatzkräfte rechtzeitig eingreifen und Gegenmaßnahmen einleiten können.“

Die Grundlage dafür schafft das neue Frühwarnsystem: Rund um die Uhr misst es die Wasserstände und übermittelt die Werte über LoRaWAN (Low Range Wide Area Network) in Echtzeit an die Server der Netze BW. „Die Pegelüberwachung am Stehenbach ist ein hervorragendes Beispiel für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von LoRaWAN. Als erster Landkreis in Baden-Württemberg haben wir entschieden, diese Technologie mit Hilfe der Netze BW frühzeitig und fast flächendeckend auszubauen – davon profitieren wir nun“, sagt Landrat Scheffold.

Kommunalberater Joachim Hepner von der Netze BW erläutert die Funktionsweise des Frühwarnsystems im Detail: „Über einen permanenten Abgleich mit zuvor festgelegten Grenzwerten erkennt eine speziell entwickelte Software sofort, wenn die Wasserstände eine gefährliche Höhe erreichen. Das System alarmiert dann automatisch die zuständigen Rathausmitarbeiter und Einsatzkräfte per E-Mail, SMS oder Telefon und setzt eine vordefinierte Alarmkette in Gang.“ Die lokalen Informationen werden außerdem an das Flutinformations- und Warnsystem FLIWAS übermittelt. Dank Solarpanels und integrierten Akkus arbeiten die Sensoren energieautark.

Der Entscheidung für das Warnsystem vorausgegangen waren eine Infoveranstaltung und Diskussionen im Gemeinderat, die nach den Unwettern des vergangenen Jahres in den Gemeinden stattfanden. Der Wille zur Mitgestaltung eines verbesserten Hochwasserschutzes war dabei groß. So fand sich in den Reihen der Bürgerschaft auch ein Freiwilliger, der das Thema vorantrieb: Robert Demmelmaier aus Unterstadion übernahm ehrenamtlich die Projektleitung für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen. „Ich war im vergangenen Jahr selbst vom Hochwasser betroffen. Unser Keller war komplett vollgelaufen, und es hatte einige Wochen gedauert, bis die Mauern wieder trocken waren. Um so etwas künftig zu verhindern, habe ich mich dafür interessiert, was man vorbeugend tun kann.“

Unterstadions Bürgermeister Uwe Handgrätinger dankt Demmelmaier und allen Bürger*innen, die sich aktiv in den vielen Diskussionen eingebracht haben: „Sowohl personell als auch finanziell sind die Verwaltungen von kleineren Gemeinden in ihren Möglichkeiten zum Teil oft arg eingeschränkt. Wie die Bürgerschaft unserer Gemeinden sich des Themas Hochwasserschutz angenommen und vorangetrieben hat, verdient aller größten Respekt.“ Diese wertvolle Erfahrung sei mindestens so wichtig, wie das gute Ergebnis und die damit verbundene erhöhte Sicherheit. Denn es stelle eindrucksvoll eine intakte Gemeinschaft unter Beweis, bei der alle an einem Strang ziehen. Dies gelte genauso für die gute Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, bestätigen alle Bürgermeister unisono.

Weitere Informationen zu NOYSEE finden Sie unter netze-bw.de/noysee.

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